NRW-Regierungschefin Kraft schließt Koalition mit Linken aus

Wahlplakate der nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten in Düsseldorf. Links ein Plakat der CDU mit Laschet und rechts eines der SPD mit Kraft

Eine Koalition von SPD und Linkspartei in Nordrhein-Westfalen?

Düsseldorf. Vier Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich in einer weiteren Meinungsumfrage die Werte für SPD und CDU angenähert.

Laschets CDU hat in jüngsten Umfragen und nach souverän gemeisterten TV-Auftritten klar zur SPD aufgeschlossen und liegt jetzt mit 32 Prozent Kopf an Kopf mit Krafts SPD.

Für Rot-Grün zeichnet sich seit langem schon keine Mehrheit mehr ab. Theoretisch ein Riesenpotenzial für Kraft und Laschet, doch noch zu einer Regierungsmehrheit jenseits einer großen Koalition zu kommen.

Die Koalitionsfrage bleibt bis zum Schluss Wahlkampfthema.

Die FDP von Christian Lindner könnte laut YouGov aktuell mit 9 Prozent rechnen (plus zwei Punkte). Zuletzt ließ die CDU Plakate kleben, die vor einer Koalition der SPD mit den Linken warnen. Von den Umfragen wird allerdings auch diese Möglichkeit nicht gestützt. Ebenso wäre ein Zweierbündnis aus CDU und FDP oder aus SPD und FDP nicht machbar. "Damit ist keine seriöse Politik möglich".

Die Grünen setzten am Donnerstag mit einem Auftritt ihrer Bundesspitze den Schlusspunkt unter ihren Landtagswahlkampf. Tatsächlich dürfte ein Dreier-Bündnis mit CDU und FDP der eher links stehenden grünen Basis in NRW auch schwer zu vermitteln sein. In den vergangenen 50 Jahren gab es hier nur eine einzige CDU-geführte Regierung - 2005 bis 2010 ein schwarz-gelbes Bündnis unter dem damaligen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Das Ergebnis der Saarland-Wahl hat bewiesen, dass den Sozialdemokraten der Flirt mit den Linken nicht bekommt, zumal die Sozialisten in NRW ganz besonders sozialistisch sind. "Die Wählerinnen und Wähler entscheiden am Sonntag und dann sehen wir weiter", sagte sie. Sollte sie die Wahl am Sonntag verlieren, wäre das ein schwerer Rückschlag auch für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Umgekehrt sei die SPD in NRW - vor allem im Ruhrgebiet - sehr bürgerlich aufgestellt, eine Zusammenarbeit mit den Linken erscheine nicht lohnend. Er kritisierte, dass der neue französische Präsident Emmanuel Macron mit ersten Vorschlägen in Berlin bereits abgeblitzt sei.

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