Solarworld-Insolvenz bringt Ungewissheit für tausende Mitarbeiter

Solarworld Insolvenz Frank Asbeck Katar

Für die Tochtergesellschaften werde die Antragspflicht dann noch einzeln geprüft. Solarworld sieht sich als Opfer des weltweiten Preissturzes bei Solarmodulen durch Dumping-Angebote vor allem chinesischer Hersteller. "Solarworld hat in den USA und in Europa den Kampf gegen illegales Preisdumping angeführt".

Dagegen habe das Unternehmen trotz massiver Kostensenkungen und aller Innovationen am Ende nicht bestehen können - "ein bitterer Schritt", so Asbeck in einer Mitteilung. Heute will der Firmenchef wohl in einer Betriebsversammlung vor die Mitarbeiter treten.

Zwar gibt es EU-Schutzzölle. Das Land werde unterstützend zur Seite stehen.

Unter dem Druck der 2016 noch einmal gefallenen Weltmarktpreise hätten Solarworld-Kunden Bestellungen storniert oder Preise nachverhandeln wollen, hieß es aus der Branche. Im Schlussquartal 2016 hatte der Verlust noch bei 51 Millionen Euro gelegen. Eine Refinanzierung über die Banken hängt aber von einer positiven Prognose für den Absatz ab. Das Unternehmen habe zu spät - nämlich erst zu Beginn dieses Jahres - mit einem Sparprogramm auf die schrumpfenden Erträge reagiert. Da fehlte bereits das nötige Eigenkapital für einen Umbau. Offensichtlich kann sich der einstige Solarriese aber nicht mehr mit eigener Kraft von der Schuldenlast befreien.

Nach sechs Verlustjahren in Folge ist der Bonner Solarworld-Konzern pleite. Das Unternehmen beschäftigt knapp 3300 Menschen, davon etwa 2600 in Deutschland. 2019 sollte Solarworld wieder schwarze Zahlen schreiben. Der findige Geschäftsmann Asbeck wusste seine Firma zunächst zu retten. Sie verzichteten auf 60 Prozent ihrer Ansprüche und erhielten dafür Solarworld-Aktien. Ein Investor aus Katar brachte neues Geld, Solarworld übernahm Anfang 2014 von Bosch die Solarfertigung in Arnstadt (Thüringen) einschließlich der Mitarbeiter und kassierte dafür 130 Millionen Euro.

Die damit verbundenen Hoffnungen haben sich vorerst zerschlagen.

Arnstadt - Im Werk Arnstadt der Solarworld AG sind viele Beschäftigte von der drohenden Insolvenz überrascht worden.

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