Solarworld-Insolvenz: Ungewissheit für tausende Mitarbeiter

Der Vorstandsvorsitzende des Solar-Modul-Herstellers Solarworld Frank Asbeck

Offensichtlich kann sich der einstige Solarriese aber nicht mehr mit eigener Kraft von der Schuldenlast befreien. Nach der Ankündigung eines Insolvenzantrages sind viele Fragen offen. Für die Betroffenen wichtig: Was wird aus den noch rund 3000 Jobs?

Der Vorstand werde vor diesem Hintergrund unverzüglich einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht stellen. Für die rund 3000 Mitarbeiter beginnt nun eine Zeit der Ungewissheit.

Solarworld kämpft mit der zunehmenden Konkurrenz bei Sonnenmodulen aus Asien zu Tiefstpreisen und sieht sich von einer Klage in den USA bedroht. Unternehmenschef Frank Asbeck hatte noch Ende März angekündigt, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen. Mit "Qualität und Technologie" wolle man sich vom asiatischen Wettbewerb absetzen.

Der Gang zum Konkursgericht dürfte vor allem den mehr als 3.000 Beschäftigten neben Bonn u.a.im sächsischen Freiberg und im thüringischen Arnstadt sauer aufstoßen, müssen sie doch nun um ihre Jobs bangen. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen unter dem Strich knapp 92 Millionen Euro Verlust ausgewiesen.

Noch ist offen, ob auch für Tochtergesellschaften der SolarWorld AG ein Insolvenzantrag gestellt werden muss. Am Donnerstag gab es dazu noch keine neueren Angaben. Der Konzern begründet seinen drastischen Schritt mit den "weiter voranschreitenden Preisverwerfungen" im Markt.

Stetig sinkende Preise für Solarmodule haben den Bonner Hersteller "Solarworld" in den Ruin getrieben.

Mit Vorwürfen zu Preisdumping durch China hat die europäische Solarbranche auf die angekündigte Insolvenz der Solarworld AG reagiert. Als Damoklesschwert schwebte zudem ein Streit mit dem US-Silizium-Lieferanten Hemlock über Solarworld. Nach vorläufigen Zahlen war das Minus beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal 2017 auf 28 Millionen Euro gesunken.

Das Eigenkapital im HGB-Einzelabschluss für das Geschäftsjahr 2016 sank für die betreffende Einzelgesellschaft durch einen Verlust nach Steuern in Höhe von 28,2 Mio. Die Absatzmenge an Solarmodulen war im gleichen Zeitraum von 348 auf 382 Megawatt gestiegen.

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