Solarworld - Sechs Verlustjahre in Folge: Solarfirma meldet Insolvenz an

Solarworld" kämpft mit stetig sinkenden Preisen für Solarmodule und einer Vertragsklage in den USA: "Der Hersteller hatte die vertraglich zugesicherte Abnahme von Hemlock-Silizium zu festen Preisen in der weltweiten Solarkrise gestoppt, nachdem der Siliziumpreis dramatisch abgestürzt war.

Auch Solarworld hatte in seiner Insolvenzankündigung auf die "weiter voranschreitenden Preisverwerfungen" in der Branche verwiesen. An einem weiteren Standort in den USA werden 700 Menschen beschäftigt. Noch Ende April hatte Solarworld bekräftigt, mit einem Stellenabbau bis 2019 in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. Hintergrund sind starke Überkapazitäten in China; Solarworld wirft der chinesischen Solarbranche extremes Preisdumping vor. Das Berufungsverfahren läuft noch. Die 2013 eingeführten Anti-Dumping-Maßnahmen der EU seien lange Zeit nur halbherzig kontrolliert worden. "Wir müssen überprüfen, welche Hilfestellungen für Solarworld möglich sind", sagte Schulz während einer NRW-Wahlkampfveranstaltung.

Mit dem Abbau von 400 Stellen - 300 davon in Deutschland - und zahlreichen Einzelmaßnahmen sollten die Kosten um ein Fünftel verringert werden.

Seit Jahren schon zeichnet Solarworld rote Zahlen.

Während die einigermaßen stabile Kursentwicklung der Aktie über die letzten Monate nicht unbedingt eine Insolvenz zu diesem Zeitpunkt erahnen ließ, wissen SD-Leser bereits seit Januar, dass SolarWorld-Aktionäre kaum mehr Aussichten auf Rendite haben. "Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld, den Vorstand und die Belegschaft und auch für die Solarindustrie in Deutschland", erklärte Asbeck, dem Medien in Glanzzeiten den Titel "Sonnenkönig" verliehen. Angesichts dieser Entwicklung reichten die Maßnahmen nicht aus.

Derweil bewerten erste Sanierungsexperten die Chancen für eine erfolgreiche Restrukturierung von SolarWorld als eher schwierig: "In dem nunmehr zweiten Insolvenzverfahren, das auf identische strukturelle Probleme gestützt wird, wird es umso schwerer fallen, eine Restrukturierung erfolgreich umzusetzen". Nach Auffassung des bisherigen Vorstandes sei eine Weiterführung großer Unternehmensteile das Zielführendste für die Gläubiger.

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