Trump: Ich wollte Comey auf jeden Fall feuern

Neue Variante zur Entlassung von FBI-Chef James Comey: US-Präsident Donald Trump will die Demission von James Comey nach eigenen Worten schon seit längerem geplant haben.

Das Weisse Haus hatte am Dienstag mitgeteilt, Präsident Trump habe auf klare Empfehlungen des Justizministers Sessions und des stellvertretenden Generalbundesanwalts Rod Rosenstein gehandelt und Comey entlassen.

Der Präsident sagte nun jedoch, seine Entscheidung, Comey abzusetzen, habe nichts mit der Empfehlung durch das Justizministerium zu tun.

Trumps Beraterin Kellyanne Conway wies die Vorwürfe zurück. Am Donnerstag legte er gegen Comey im Sender NBC nach: "Er ist ein Großkotz. Das FBI war in Turbulenzen".

Der Präsident beschimpfte Comey nun in dem Interview als "Angeber" und "Wichtigtuer" und warf ihm vor, das FBI im vergangenen Jahr in "Aufruhr" versetzt zu haben.

Comeys Entlassung hat nach Darstellung des amtierenden Direktors keinen Einfluss auf diese Untersuchung. Es handele sich um eine "höchst bedeutende Untersuchung", sagte McCabe. In einem zweiten Tweet schrieb Trump, Comey werde durch jemanden ersetzt werden, der dem FBI dessen Prestige und dessen Geist zurückbringen werde.

Der kommissarische FBI-Chef Andrew McCabe versicherte bei einer Anhörung im Senat, dass seine Behörde die Ermittlungen zur Russland-Affäre fortsetzen werde: "Sie können die Männer und Frauen des FBI nicht daran hindern, das Richtige zu tun". McCabe räumte ein, dass nicht alle Agenten der Bundespolizei mit dem Ergebnis der Ermittlungen gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton einverstanden gewesen seien. Er selbst empfinde Hochachtung für Comey.

Auch im Zusammenhang mit Comey und seiner Nachfolge spielen die Halbzeit-Wahlen 2018 eine große Rolle. Zudem werde er die Senatoren informieren, sollte es eine Einmischung in die Untersuchung geben. Es habe bislang auch keinen Versuch gegeben, die Ermittlung zu behindern.

Wie der britische "Guardian" berichtet, lehnten es Anwälte des Ministeriums ab, Dokumente des FBI an das Gericht zu übergeben, die sich mit den kontroversen Aufforderungen Trumps an Russland befassen, Hillary Clintons "Emails zu finden". McCabe trat vor einem Senatskomitee auf, das eine der periodischen Anhörungen abhielt, in denen die Geheimdienste über Bedrohungen der nationalen Sicherheit informieren.

Bei einem Wettportal in Irland stehen die Chancen, dass Trump vorzeitig als Präsident abdanken muss, bei 60 Prozent. Gegenwind bekam Trump auch vom amtierenden FBI-Chef. Darauf habe Comey gesagt, das sei nicht der Fall. Demnach stecken die Russland-Ermittlungen des FBI hinter der Entlassung. "Das FBI ist eine der meist geschätzten und meist respektierten Institutionen unseres Landes, der heutige Tag stellt für unser Kronjuwel der Strafverfolgung einen Neubeginn dar", wurde der Präsident in der Stellungnahme zitiert. Die Opposition mutmaßt, dass der völlig überraschende Rauswurf Comeys das Ziel hatte, die Ermittlungen auszubremsen.

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