Weißes Haus ringt nach Comeys Rauswurf um Argumente

US-Präsident Donald Trump empfängt Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Weißen Haus in Washington

Indem das Senate Intelligence Committee in seinem Fall die Daumenschrauben anzieht, will es all jene widerlegen, die ihm vorwerfen, nicht energisch genug auf Aufklärung zu drängen. Der demokratische Oppositionsführer im Senat, Chuck Schumer, warf Trump vor, einen "schrecklichen Fehler" begangen zu haben.

Die Entlassung Comeys war ein Schock für viele Mitarbeiter des FBIs und hat einen Sturm der Kritik der Demokraten ausgelöst. Im Raum steht der Vorwurf, dass Comey gefeuert wurde, um die Ermittlungen des FBI hierzu zu behindern. Comey habe die Abgeordneten in den vergangenen Tagen darüber informiert, dass er vom Justizministerium mehr Personal für die Untersuchung des FBI beantragt habe, verlautete aus Kongress-Kreisen. Mitglieder einschlägiger Kongressausschüsse hatten den FBI-Direktor aufgefordert, die Arbeit zu beschleunigen.

Schon gestern Abend (europäischer Zeit) hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, gesagt, Trump habe schon "am ersten Tag nach seiner Wahl" die Entlassung Comeys erwogen. Trump, der sich bei der Exekution hinter einer hanebüchenen Empfehlung des Justizministeriums versteckte, wartete nur auf einen günstig erscheinenden Moment.

Washington sz Donald Trump hat das Gegenteil dessen erreicht, was er mit dem Rauswurf des FBI-Direktors James Comey zu erreichen versuchte.

Vor zwei Tagen hatte noch der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, zu der völlig überraschenden Entlassung des Direktors der Bundespolizei gesagt, der Präsident sei damit einer Empfehlung durch die Leitung des Justizministeriums gefolgt. In den Fokus rückte auch der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein, der in einem Brief an Trump das Verhalten Comeys in der E-Mail-Affäre Hillary Clintons kritisiert hatte. FBI-Insider sähen darin den Beweis dafür, dass Trump und sein ihm treu ergebener Minister Jeff Sessions den Deckel auf den Untersuchungstopf schieben wollen. Sagt Trump. Dagegen sagen fast alle außer Trumps engsten Verbündeten - und den Russen - Russland habe sich in die Wahl eingemischt und mit der gezielten Veröffentlichung von peinlichen Details aus dem Alltag des Teams von Clinton deren Gegenspieler Trump geholfen. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter habe eine positive Beziehung zu Comey gehabt, sagte er vor dem Geheimdienstausschuss außerdem. Und er hieb kräftig auf den Geschassten ein: Comey sei ein Prahlhans und Blender, der ein FBI in Aufruhr hinterlasse - das wisse jeder, und zwar seit Monaten. So weigerte sich McCabe, die Behauptung Trumps zu bestätigen, dass Comey dem Präsidenten versichert habe, er persönlich sei nicht Ziel der Ermittlungen. Bemerkenswert: Trump schüttelte strahlend dem russischen Botschafter Sergej Kisljak die Hand. Zudem werde er die Senatoren informieren, sollte es eine Einmischung in die Untersuchung geben. Trump bezeichnete das Gespräch im Anschluss als "sehr, sehr gut". "Es gibt dafür übrigens keinen guten Zeitpunkt", sagte er nun im TV-Interview. Auch bei einem Treffen mit dem Präsidenten in dieser Woche sei dieses Thema nicht aufgekommen. In jener Anhörung hatte Comey bei sich "milde Schwindelgefühle" wegen der Möglichkeit diagnostiziert, den Wahlausgang beeinflusst zu haben - aber kein Fehlverhalten erkennen wollen.

Trump hat aus seinem Herzen noch nie eine Mördergrube gemacht: Zuletzt nannte er die FBI-Ermittlungen am Montag eine "Farce", die mit Steuergeldern finanziert werde.

Die amerikanischen Medien haben nach der Entlassung von Comey ihre investigativen Stosstrupps losgeschickt. Ein Sonderermittler sei unnötig.

Republikaner wie der Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, lehnten das ab. Ob er der Einladung nachkommt, blieb zunächst offen.

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