Cyber-Attacke trifft auch Bahn-Technik zur Videoüberwachung

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

Das Problem werde dadurch zugespitzt, dass viele Unternehmen selbst im Gesundheitswesen ihre Computer nicht auf dem neuesten Stand hielten oder auf veralteten Systemen wie Windows XP laufen ließen, warnt Raj Samani von der IT-Sicherheitsfirma McAfee. Offensichtlich sei die Domain von den Angreifern als eine Art Notbremse für ihre Software gedacht gewesen, erklärte Ryan Kalember von der IT-Sicherheitsfirma Proofpoint der Zeitung britischen "Guardian" am Samstag. Laut Zahlen der Sicherheitssoftware-Firma Symantec wuchs das Ausmaß der Attacken im vergangenen Jahr um 36 Prozent. Aber nicht alle Computer wurden auf den neuesten Stand gebracht - und das rächte sich jetzt. In Spanien wurde beispielsweise der Telekommunikationsriese Telefónica lahmgelegt. In den USA sind es sogar fast zwei Drittel der Betroffenen und in Deutschland immerhin 16 Prozent. Eine derart verheerende Attacke wie am Freitag gab es noch nicht.

- ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR: In San Francisco konnte man Ende November kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weil die rund 2000 Ticket-Automaten von Erpressungs-Software befallen wurden. "Solange die Leute bezahlen, können die Angreifer das Lösegeld bis zur Schmerzgrenze hochschrauben", sagt Wüest.

Unterdessen gibt es auch in Spanien Warnungen vor einer großangelegten Attacke mit Erpressungstrojanern. NHS Digital, das für die Cybersicherheit von Krankenhäusern zuständig ist, teilte mit, bei dem Angriff sei die Malware-Variante "Wanna Decryptor" verwendet worden. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, denn in westlichen IT-Sicherheitskreisen wurden hinter der Veröffentlichung der NSA-Daten Hacker mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten vermutet. Nachdem unbekannte Hacker im vergangenen Jahr gestohlene technische Informationen der NSA dazu veröffentlicht hatten, wurden die Schwachstelle eigentlich von Microsoft gestopft. Das russische Innenministerium erklärte, es sei Opfer eines Hacker-Angriffs geworden, ohne jedoch mitzuteilen, ob es sich um denselben Angriff handelte.

Der Effekt der Angriffswelle mit Erpressungstrojanern am Freitag war beispiellos. Schon im vergangenen Jahr wurden bei weitem nicht nur Verbraucher Opfer der sogenannten "Ransomware". Diese Programme infizieren Rechner, frieren sich durch Verschlüsselung ein und verlangen eine Zahlung, um die Computer wieder freizugeben. Dagegen fielen an mehreren anderen Bahnhöfen bundesweit die sogenannten Reiseinformationssysteme aus, unter anderem in Halle und Leipzig.

- RATHÄUSER: Ähnliche Erpressungstrojaner trafen im Februar auch die Verwaltungen der westfälischen Stadt Rheine und der bayerischen Kommune Dettelbach.

Und es ist ein lukratives Geschäft für die Angreifer mit Hunderten Millionen Dollar im Umlauf.

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