Hat Portugal den ESC 2017 verdient gewonnen?

Er ist der Sieger des 62. Eurovision Song Contest Salvador Sobral aus Portugal

Auf die Frage nach den Gründen wusste die 26-jährige Levina nach der Show in Kiew keinen Rat.

Nach der Lena-Ära wandelte sich das Bild, die deutschen ESC-Fans mussten viel Kummer ertragen. Sie versuche aber immer noch, das Positive aus dem Negativen zu ziehen - immerhin sei sie anders als die deutschen Starterinnen der Vorjahre nicht Letzte geworden. Levina, die Deutschland mit dem Song "Perfect Life" vertrat, belegte den vorletzten (25.) Platz. Der portugiesische Sänger Salvador Sobral landete in der Nacht zum Sonntag mit 758 Punkten ganz vorne. Spanien holte 5 Punkte ... einen weniger als Levina.

Es war eine spektakuläre Show! Am Ende der großen Live-Show sangen die beiden den Song gemeinsam, während Goldglitter vom Hallendach rieselte.

"Musik ist nicht Feuerwerk, sondern Gefühl", sagte der glückliche Gewinner, der die ESC-Trophäe erstmals nach Portugal holte.

Er finde es nicht gut, wenn ein Lied zu oft am Tag im Radio gespielt werde, damit die Menschen es liebten.

Die 26-jährige Levina, die in Bonn geboren wurde, in Chemnitz aufwuchs und heute in London und Berlin wohnt, absolvierte gegen 22.45 Uhr am Samstagabend souverän ihren Auftritt. Barfuß, mit dunklem Rock und hellem Oberteil sang sie vor vergleichsweise schlichter Kulisse alleine auf der Bühne ihren Song "Perfect Life". Sie habe so viel Spaß gehabt und tolle neue Leute kennengelernt. Bis Levina von Irland gnädiger Weise drei Punkte bekam und Spanien bei null blieb.

Sowohl bei den internationalen Jurys als auch beim Publikum kam Portugal auf Platz 1. Jury- und Publikumswertungen aus den in diesem Jahr insgesamt 42 ESC-Nationen hatten gleich viel Gewicht.

Das war abzusehen: Schwaches Abschneiden Deutschlands beim "ESC" bedeutet zugleich auch eine (relativ) niedrige Reichweite. Der lange Zeit als Favorit gehandelte Italiener Francesco Gabbani ("Occidentali's Karma") tanzte mit jemandem im Gorilla-Kostüm auf der Bühne. Platz drei gewann "Sunstroke Project" mit 374 Punkten. Beim Beitrag von Aserbaidschan stand ein Mann mit Pferdekopf auf einer Leiter, und der Kandidat Kroatiens, Jacques Houdek, performte als Opern- und Pop-Sänger in einem Duett mit sich selbst. Gute Laune verbreitete direkt vor dem Auftritt Levinas der Beitrag Rumäniens mit einer Jodel-Einlage. Für den 27-Jährigen ein Paukenschlag: 49 mal nahm Portugal am ESC teil und schaffte es nicht in die Top Ten.

Der junge Aborigine war der nun dritte Vertreter von Down Under beim ESC, hatten doch Schweden und jetzt die Ukraine die von Österreich zum Wiener ESC aufgebrachte Idee der einmaligen Einladung an das song-contest-begeisterte Land fortgesetzt.

Mit großem Abstand lässt Sabral mit der melancholischen, in seiner Muttersprache gesungenen Jazzballade die kunterbunte ESC-Konkurrenz hinter sich.

Dieser Lapsus überrascht letztlich, waren die Sicherheitsvorkehrungen in der vom Konflikt mir Russland an seiner Ostgrenze gebeutelten Ukraine doch äußert streng. Kiew hatte der russischen Kandidatin die Einreise verweigert. Schließlich hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kurzfristig seinen Besuch bei der größten Musikshow der Welt wegen der erneut bluten Gewalt im Ostteil des Landes abgesagt. In Kiew waren im und rund um das Messezentrum, in dem der ESC über die Bühne ging, Hunderte Polizisten im Einsatz, während die Nationalgarde die Straßen bewachte.

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