Medien: Levina will beim ESC-Finale für Deutschland punkten

Salvador Sobral und seine Schwester beim ESC-Sieg

Im vergangenen Jahr hatte die Kandidatin Jamala mit ‹1944› - einem Lied über das Schicksal der Krimtataren - gewonnen und so den ESC in die Ukraine geholt.

Das magerste Jahr in jüngerer Vergangenheit stellt aus Quotensicht derweil 2008 dar: Die No Angels holten mit "Disappear" nur 14 Punkte, teilten sich somit die rote Laterne mit drei anderen Interpreten, und konnten nur 6,38 Millionen Musikfreunde zum Einschalten bewegen (darunter 3,45 Millionen Jüngere), ehe sie von der Bildfläche verschwanden. "Erste eigene Musikprojekte sind stark beeinflusst von Chet Bakers Jazzstücken, dem brasilianischem Bossa-Nova sowie anderen lateinamerikanischen Klängen", weiß eurovision.de zu berichten.

Ruhig und gelassen geht der introvertierte Sieger des Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew auf die Bühne. Anders als Ann Sophie 2015 in Wien und Jamie-Lee 2016 in Stockholm bleibt ihr immerhin der allerletzte Platz erspart, sie schrammt aber mit sechs Punkten nur knapp daran vorbei. Die 26-Jährige bedankte sich bei Irland für die einzigen Punkte einer Länderjury. "Musik ist nicht Feuerwerk, sondern Gefühl". Sowohl die Fachjury als auch das Publikum verzauberte er mit der von seiner Schwester Luísa komponierten, unaufgeregten Jazzballade "Amar Pelos Dois" (Liebe für zwei) - ganz ohne Funkenregen und sonstigen Glitzerkram. Schließlich hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kurzfristig seinen Besuch bei der größten Musikshow der Welt wegen der erneut bluten Gewalt im Ostteil des Landes abgesagt. Die Wahl-Berlinerin landet auf dem vorletzten Platz unter den 26 Kandidaten. "Um 1 Punkt gegen Spanien das Ziel verfehlt!" Davor immer wieder: Null Punkte.

Für Levina ist der Platz nur ein kleiner Trost, ihr kommen während der Abstimmung die Tränen. Warum mag keiner da draußen unsere Musik?

Daneben bot die Show aber auch viele ESC-typische bunte Beiträge. Bulgarien: Kristian Kostov 3. Moldau: SunStroke Project 4. Ob jugendliche Albernheit oder aus Solidarität zu der gesperrten russischen Künstlerin Julia Samoilowa: Unmittelbar vor dem Finale kündigt der 17-Jährige mit breitem Lächeln einem russischem Fernsehteam an: "Im Falle eines Sieges zertrümmere ich euch die gläserne Siegestrophäe!". Ob das Bulgarien - mit Italien und Portugal einer der Favoriten - am Ende die entscheidenden Stimmen gekostet hat? Den einzigen Stirnrunzel-Faktor, Slavko Kalezic aus Mazedonien, kickten die Zuschauer bereits im ersten Halbfinale raus. Er konnte trotz meterlanger Zopfpeitsche nicht überzeugen.

In dieser glatten Bonbonwelt sticht der Portugiese Sabral eindeutig hervor. Er lebt seine Lieder selbst bis in die Fingerspitzen. Nach seinem Sieg plädierte Sobral dafür, wieder "Musik, die etwas bedeutet" anstelle von oberflächlicher Musik zu pflegen.

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