Mit Spannung erwartete Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen begonnen

Wahlplakate der Spitzenkandidaten der SPD und CDU Kraft und Laschet stehen

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich ein Trend zu einer höheren Wahlbeteiligung ab.

Düsseldorf - Mehr als 13 Millionen Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen können am Sonntag entscheiden, wer das Land in den nächsten fünf Jahren regiert.

Bis zum Mittag (12.00 Uhr) hatte der Landeswahlleiter in acht ausgewählten Kreisen und kreisfreien Städten eine Beteiligung im Schnitt von knapp 34 Prozent festgestellt.

In Essen waren es nach Angaben des dortigen Wahlamtes 9,5 Prozent, gut ein Punkt mehr als 2012. Bis 18.00 Uhr sind am Sonntag rund 13,1 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl eines neuen Landestags aufgerufen. Dabei ist ein Drittel der Wähler noch unentschlossen: Die Wahl in Düsseldorf ist spannender denn je.

Parteienforscher Oskar Niedermayer sagt bereits voraus: "Wenn die SPD auf den zweiten Platz kommt, ist die Abwärtsspirale nur noch ganz schwer aufzuhalten". Auch CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet, der am Vormittag in Aachen wählte, gab sich optimistisch. "Und jetzt entscheidet der Wähler", auch wenn das Ergebnis wahrscheinlich knapp werde, sagte Laschet anschließend. Für die Partei ist das der schlechteste Wert, seit Martin Schulz im Januar zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde. Es werde eine enges Rennen, "Kopf an Kopf", sagte Schulz nach der Stimmabgabe.

Das Ergebnis der Landtagswahl stehe erst einmal für sich, machte Schulz mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl am 24. September deutlich: Die Landtagswahl sei die Landtagswahl und Bundestagswahl sei Bundestagswahl: "Das Wahlergebnis heute ist zunächst einmal das Resultat der Landtagswahl in NRW".

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Sylvia Löhrmann, gab in Solingen ihre Stimme zur Landtagswahl in NRW ab, Özlem Demirel von der Linkspartei in Düsseldorf. Die FDP könnte mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Lindner dritte Kraft werden. In den letzten Meinungsumfragen lieferten sich die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und die oppositionelle CDU mit Spitzenkandidat Armin Laschet ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Die Wahl in NRW ist der letzte politische Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Chancen auf den Einzug in den Landtag haben neben SPD und CDU auch Grüne, FDP, Linke und die AfD. Als wahrscheinlichste Regierungsoption nach der Wahl galt eine Große Koalition, die das derzeitige rot-grüne Landesbündnis ablösen könnte.

Die Koalition von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat seit langem in den Umfragen keine Mehrheit mehr. Obwohl die Piraten keine Rolle mehr spielen dürften, werden also möglicherweise sechs statt bisher fünf Parteien im Landtag vertreten sein. Auch die Position der SPD als stärkste Partei im bevölkerungsreichsten Bundesland ist gefährdet. Die Grünen waren auf 11,3 Prozent gekommen, die FDP auf 8,6 Prozent.

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