Snap mit desaströsen Zahlen - Snap-Aktie bricht nach US-Börsenschluss massiv ein

Der Betreiber der populären Foto-App Snapchat hat enttäuschende erste Quartalszahlen nach dem Börsengang im März vorgelegt.

Der Umsatz von Snap vervierfachte sich dank sprudelnder Werbeeinahmen auf 149,6 Millionen Dollar - blieb damit aber ebenso hinter den Erwartungen zurück. Zwei Milliarden Dollar von dem Minus gehen auf eine einmalige Belastung im Zuge des Börsengangs durch Vergütung mit Aktienoptionen zurück. Damit kopiert Facebook eine Funktion, die Snapchat schon vor Jahren erfunden hatte. Doch die beiden Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy plagen noch ganz andere Sorgen als "nur" der Quartalsverlust der Snap Inc. von 2,2 Milliarden Dollar.

Der Grund für den heftigen Kurssturz: Snap hat zum ersten Mal nach dem Börsengang Quartalszahlen veröffentlicht.

Nachdem die Snap-Aktien nun aber innerhalb weniger Stunden rund einen Fünftel an Wert verloren haben, ist der Preis wieder auf etwas mehr als 17 Dollar zusammengeschmolzen. Damit ging die seit Herbst andauernde Flaute weiter. Mark Zuckerberg ließ jüngst die Story-Funktion - die Kernfunktion von Snapchat, bei der sich Fotos und Videos kreativ bearbeiten und anschließend in einer sich von selbst löschenden Slideshow zusammenstellen lassen - in seine Apps Facebook, Instagram und Whatsapp integrieren. Zum Vergleich: Instagram gewann zwischen Dezember 2016 und April dieses Jahres 100 Millionen Nutzer hinzu und kommt jetzt auf 700 Millionen. Den schwachen Zuwachs von fünf Millionen Usern im Schlussquartal 2016 hatte Snap noch mit Problemen bei der Android-Version erklärt. Der Web-Pionier Yahoo hatte es nie geschafft, bei der Internet-Suche zu Google aufzuschließen und verkaufte schließlich sein Online-Geschäft für wenige Milliarden US-Dollar. Die Analysten hatten eher mit rund 158 Millionen gerechnet.

Die Resultate von Snap werden als richtungsweisend für andere Unternehmen gesehen, es langfristig mit Silicon-Valley-Platzhirschen Google oder Facebook aufnehmen zu können. Damit teilt der Konzern aber das Schicksal des großen Rivalen Facebook und von Twitter: auch deren Papiere waren bei Vorlage der ersten Zahlen nach dem Börsengang eingebrochen.

Während die Aktien von AT&T vorbörslich auf der Stelle traten, sackten die Papiere von Straight Path um rund 20 Prozent auf knapp 179 Dollar ab. Auf dieses Geschäftsmodell setzen auch die Investoren, die nach dem Börsengang im März Aktien von Snap gekauft haben. Auf einen Schlag waren zwei Milliarden Dollar an Börsenwert dahin.

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