Weltweite Cyber-Attacke auf Kliniken und Telekom-Konzern

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

Unter anderem hatte der Trojaner Computer im britischen Gesundheitssystem und beim spanischen Telekommunikationsriesen Telefónica lahmgelegt, wie am Freitag bekannt geworden war.

Wie der "Guardian" berichtet, fand der Computer-Experte eine Art Notbremse im Code des Erpressungstrojaners.

Bis dahin entdeckte die IT-Sicherheitsfirma Avast rund 75 000 betroffene Computer in 99 Ländern, mit einem Schwerpunkt auf Russland, die Ukraine und Taiwan. Auch andere Krankenhäuser sollen betroffen gewesen sein, hätten dies aber geheimgehalten. Der Sicherheitsforscher von "MalwareTech" selbst räumte ein, dass ihm anfangs nicht bewusst gewesen sei, dass er mit dem Schritt die Attacke abwürgen würde.

Im Internet kursierten Fotos von Nachrichten auf NHS-Bildschirmen, in denen umgerechnet rund 275 Euro der Online-Währung Bitcoin als Lösegeld gefordert werden, um die Computer wieder freizugeben. Es sei eindeutig eine weltweite Attacke mit Meldungen über befallene Computer aus diversen europäischen Ländern, Russland und auch Asien, sagte Helge Husemann von der IT-Sicherheitsfirma Malwarebytes der Deutschen Presse-Agentur.

Während in mehreren Ländern wie Großbritannien zudem auch Software in Krankenhäusern lahmgelegt wurde, waren auch die großen Berliner Gesundheitseinrichtungen von der Cyberattacke offenbar nicht betroffen. Nach Angaben der Bahn ist der bundesweite Zugverkehr durch den Trojaner allerdings nicht beeinträchtigt. Der Windows-Anbieter Microsoft hatte am 14. März ein Sicherheitsupdate zu Schwachstellen im Betriebssystem herausgegeben. Eine derart verheerende Attacke wie am Freitag gab es noch nicht.

An den Bahnhöfen gebe es technische Störungen an den digitalen Anzeigetafeln, hiess es in der Erklärung weiter. Die Bahn arbeite daran, die Störungen zu beheben. Insgesamt gehe es um 16 NHS-Einrichtungen.

Neu für diese Art von Schadsoftware war, dass sie von alleine neue Computer ansteckte, ohne dass ein Nutzer etwa auf einen präparierten Link klickte.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May sagte, die Attacken seien nicht gezielt gegen den NHS gerichtet gewesen, sondern er sei bei einem internationalen Angriff in Mitleidenschaft gezogen worden. Die britische Patientenvereinigung kritisierte, der NHS habe aus früheren Cyber-Attacken nichts gelernt. In der aktuellen Version konnten infizierte Computer auch andere Rechner im Netzwerk anstecken.

- ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR: In San Francisco konnte man Ende November kostenlos mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weil die rund 2000 Ticket-Automaten von Erpressungs-Software befallen wurden. Zugleich können die Angreifer mit dem Lösegeld, das viele Nutzer zahlen, weitere Attacken finanzieren.

Tausende Behörden, Unternehmen und Einzelpersonen in dutzenden Ländern wurden Opfer eines Hacker-Angriffs mit erpresserischer Schadsoftware. Im vergangenen Jahr traf es in Deutschland zum Beispiel aber auch Gemeindeverwaltungen. Eine derart verheerende Attacke wie am Freitag gab es noch nicht. In einer NHS-Erklärung hieß es, für das Chaos sei mutmaßlich das Virus Wanna Decryptor verantwortlich.

Ein weltweiter massiver Cyberangriff hat bei Sicherheitsexperten Alarm ausgelöst. Deshalb müsse man die Ruhe jetzt dringend nutzen, um den Schutz der Computer auf den neuesten Stand zu bringen. Laut dem Unternehmen Kaspersky wurden diese Informationen im April von einer Hackergruppe namens "Shadow Brokers" veröffentlicht, die behauptete, die Lücke durch den NSA entdeckt zu haben.

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