Zart- und Feinheit siegt : Portugal gewinnt Eurovision

Salvador Sobral singt für Portugal Amor pelos dois

Seine Siegerrede enthielt viele wahre Worte. Und doch hat es nicht gereicht.

Er setzte sich in der Nacht auf Sonntag deutlich gegen den ebenfalls hoch gehandelten Kollegen Kristian Kostow aus Bulgarien durch, der 615 Punkte erreichte. Der Vizetitel ging mit 615 Punkten nach Bulgarien, während Moldau mit der Retro-Sax-Nummer "Hey, Mamma!" des SunStroke Projects völlig überraschend auf dem noch verbleibenden Stockerlplatz mit 374 Punkten landete. Als Topfavorit gilt jedoch Francesco Gabbani aus Italien. Mit seinem Gorilla kam er schließlich auf den sechsten Platz. Und folgt auf den eher bizarren rumänischen Jodelsong. In Kiew kämpft dabei auch Österreichs Kandidat Nathan Trent mit seiner selbst geschriebenen Nummer "Running on Air" um Europas Sangeskrone.

Der 17-Jährige Isaiah (Australien) hat sich wacker geschlagen.

- Einen garantierten Startplatz im Finale haben traditionell die größten Eurovisions-Geldgeber Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien sowie der jeweilige Gastgeber beziehungsweise Titelverteidiger: in diesem Jahr die Ukraine. Nur Spanien erhielt noch weniger Punkte und landete daher auf dem letzten Platz.

Salvador Sobrals Sieg wirft auch ein winziges bisschen Glanz auf Deutschland. Es ist das erste Mal, dass Portugal den ESC gewinnt. Sowohl die Jurys der 42 Länder als auch das Publikum haben sich für den gefühlvollen Portugiesen entschieden. Barfuß, mit dunklem Rock und hellem Oberteil sang sie vor vergleichsweise schlichter Kulisse allein auf der Bühne ihren Song "Perfect Life".

"Musik ist kein Feuerwerk, Musik ist Gefühl", sagte der Kandidat für Portugal, Salvador Sobral, nach der Punktevergabe. Komponistin seiner Ballade ist seine Schwester, die den Song zum Schluss der großen Live-Show gemeinsam mit ihrem Bruder sang.

Die 62. Austragung des Gesangswettbewerbs in Kiew bot viele ESC-typische bunte Auftritte. "Er ist ein toller Sänger, der hat ein Lächeln und ist ein Performer". Gute Laune verbreitete Rumänien mit einer Jodel-Einlage. Der russischen Kandidatin Julia Samoilowa wurde wegen eines Auftritts auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim die Einreise in die Ukraine verwehrt. Nach neuer blutiger Gewalt in der Ostukraine sagte Präsident Petro Poroschenko am Samstag seinen Besuch beim Finale ab. Hunderte Polzisten und die Nationalgarde bewachten die Straßen rund um die Veranstaltung. Zufahrtswege waren mit Betonblöcken geschützt. Das ist die Startnummer, mit der vor einem Jahr die Ukrainerin Jamala mit dem Song "1944" den Sieg errang. - Es ist wieder soweit, am Samstagabend findet das Finale des Eurovision Song Contests statt. 2016 bekam Jamie-Lee für ihr Lied "Ghost" aber elf Punkte - also ein paar mehr als Levina. Auch Deutschland gab dem Land 12 Punkte. Das Erste stimmt sich bereits ab 20.15 Uhr auf die Musik-Show ein und überträgt beim "Countdown für Kiew" die große ESC-Party von der Hamburger Reeperbahn.

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