Experten warnen vor neuen Angriffen nach Stopp der Cyber-Attacke

Haupteingang des Krankenhauses Sankt Bartholomew's in London. Auch dieses Hoispital war von einem Cyberangriff betroffen

Der 22-Jährige warnte, dass nach einer simplen Änderung des Codes eine neue Cyberattacke folgen könnte.

Die Attacke begann am Freitag und wurde als die größte ihrer Art angesehen, die es jemals gegeben hat. Techniker müssten sie in jedem einzelnen Bahnhof reparieren.

"Es gibt keinen zentralen Server, der die Tafeln steuert", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag. Er selbst teilte am Samstag über Twitter mit, dass er ursprünglich nicht gewusst habe, dass er mit seinem Handeln die Ransomware stoppen würde. Krankenhäuser mussten Operationen verschieben, Patienten in andere Klinken gebracht oder in der Notaufnahme abgewiesen werden, Angestellte konnten nicht mehr auf Akten zugreifen. Der Zugverkehr verlief während der Ausfälle am Freitagabend und am Samstag normal. Laut einer Analyse der IT-Sicherheitsfirma Avast waren rund 75.000 Computer in 99 Ländern betroffen.

Nach Angaben von Europol hat es mindestens 150 Länder getroffen. Schwerpunkte lagen in Großbritannien, Russland und der Ukraine. Betroffen waren auch der amerikanische Versanddienst FedEx, die spanische Telefonica oder der französische Autobauer Renault, wo vorübergehend die Produktion eingestellt wurde. Beim russischen Innenministerium fielen rund 1000 Computer aus. 70 Computer seien betroffen, hieß es auf der Webseite der Verwaltung. Betroffen von dem Cyberangriff waren vorübergehend auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen sowie vereinzelt Fahrkartenautomaten.

Die Rechner waren am Freitag von sogenannten Erpressungstrojanern befallen worden, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen. Die Computer werden befallen, wenn zum Beispiel ein Nutzer einen fingierten Link in einer E-Mail anklickt.

In Österreich wurden am Wochenende einige wenige Fälle angezeigt, hieß es auf APA-Anfrage im Bundeskriminalamt (BK). Wer bis zum 15. Mai nicht bezahlt hat, soll dann bereits 600 Dollar rausrücken - und am 19. die Mai werden die verschlüsselten Daten angeblich unwiederbringlich verschwinden. "Dort werden viele sensible Daten verarbeitet". Der Bahnverkehr in Deutschland etwa war nicht beeinträchtigt. Die Waffe der Angreifer war jetzt Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry". Vor einigen Monaten hatten Hacker sie aber öffentlich gemacht.

Daraufhin veröffentlichte Microsoft ein Update, um die Lücke zu schließen.

Bis zum Sonntag war die Verbreitung deutlich verlangsamt, da Sicherheitsupdates die genutzte Lücke im Windows-Betriebssystem schlossen und eine Internet-Domain identifiziert wurde, von der aus der Angriff teilweise gesteuert wurde. "Um einen möglichst vollständigen Überblick über die Lage zu bekommen, rufen wir betroffene Institutionen auf, Vorfälle beim BSI zu melden", erklärte BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Gestoppt wurde die Attacke derweil offenbar nur durch Zufall.

Zugleich warnten Experten, dass die Angreifer jederzeit mit einer modifizierten Version ihrer Software zurückkommen könnten. Er sei nur erfolgreich gewesen, wo dieses Update nicht aufgespielt wurde. "Die Krise ist nicht vorbei, sie können den Code jederzeit ändern und es wieder versuchen".

Ja, in diesem Fall hätte es gereicht, die Computer mit aktueller Software zu versehen. Europol schlug ein internationales Vorgehen der Behörden vor, um die Hintermänner zu finden.

Die Welt habe mit einer wachsenden Bedrohung zu tun, sagte Wainwright. Er rechnete außerdem noch mit einer steigenden Zahl zu Beginn der neuen Arbeitswoche.

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