Frankreich: Marine Le Pen wirft Emmanuel Macron vor, sich Merkel zu unterwerfen

Nächster französischer Präsident? Kandidat Emmanuel Macron bei der letzten TV-Debatte gegen seine Konkurrentin Marine Le Pen

Paris. Es war keine Debatte, sondern eine Schlammschlacht: Wilde Attacken, Unwahrheiten, Vorwürfe und Beleidigungen haben vier Tage vor dem entscheidenden Stichwahlgang um die französische Präsidentschaft das große TV-Duell der Kandidaten Marine Le Pen und Emmanuel Macron geprägt. Der pro-europäische Ex-Wirtschaftsminister Macron geht als Favorit in das Duell.

Viel wird nun von der Wahlbeteiligung am Sonntag abhängen. Laut Gesetz dürfen die ersten Hochrechnungen nicht vor 20.00 Uhr veröffentlicht werden, um Wähler nicht zu beeinflussen.

Der Amtsinhaber François Hollande scheiterte an den Herausforderungen im Élyséepalast und tritt nicht wieder an. Macron und Le Pen hatten beide erstmals das Finale der Präsidentenwahl erreicht. Dort gab es Oben-ohne-Proteste von Aktivistinnen der Frauenrechtsgruppe Femen. Macrons Bewegung sprach von einer "massiven und koordinierten" Destabilisierungskampagne. Bei einem Wahlsieg Macrons würde in Wirklichkeit Merkel über die Geschicke Frankreichs entscheiden: "So oder so wird Frankreich künftig von einer Frau regiert - entweder von mir oder von Frau Merkel", sagte Le Pen. Wegen der Anschlagsgefahr gelten unter anderem an Touristenattraktionen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Im Einsatz sind mehr als 50.000 Polizisten und tausende Soldaten.

Nicht minder heftig fielen Le Pens Breitseiten gegen Macrons pro-europäische Überzeugungen aus. Es wurde aber schnell Entwarnung gegeben. Ebenso konnten die auf dem amerikanischen Kontinent lebenden Franzosen am Samstag abstimmen. Der sozialliberale Macron kritisierte im TV-Duell am Mittwochabend, die Rechtspopulistin Le Pen vertrete mit ihrem Abschottungskurs einen "Geist der Niederlage". Le Pens Versprechen, die Kaufkraft der Franzosen zu stärken, seien nicht finanziert, sagte Macron. "Sie verwechseln Telefone und Turbinen", sagte der 39-Jährige milde lächelnd.

Eine Wiederholung von Brexit und Trump-Sieg? Er sagt ihr auf den Kopf zu: "Sie geben viele Dummheiten von sich"; sie erwidert, er beleidige andere und sei "zynisch und heuchlerisch". Dass es so weit kommen konnte, zeigt den Zustand Frankreichs.

Hollande wird seinem Nachfolger spätestens am kommenden Sonntag das Amt übergeben. Die französische Wahlkampf-Kontroll-Kommission warnte, dass ein Teil davon wahrscheinlich gefälscht sei. Im gleichen Atemzug warf sie Macron vor, er werde von Islamisten unterstützt. Er verwies darauf, dass sich Frankreich vor Einführung des Euro faktisch am geldpolitischen Kurs Deutschlands habe orientieren müssen. Le Pen folgte mit 21,3 Prozent an zweiter Stelle. Es war das erste Mal in der Geschichte von Frankreichs Fünfter Republik, dass Konservative und Sozialisten den Einzug in die Stichwahl verpassten.

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