Medien: Salvador Sobral: Der Mann der leisen Töne

Der große Sieger Salvador Sobral aus Portugal. Bild SN  APA  AFP  SERGEI SUPINSKY

Umso eindeutiger fiel nun der Triumph mit 758 Punkten aus. Bulgarien belegt den zweiten, Moldau den dritten Platz. Im vergangenen Jahr landete Jamie-Lee mit "Ghost" auf dem letzten Platz - mit elf Punkten. "Natürlich ist es schon wichtig, bei den Leuten anzukommen". Die deutsche Moderatorin Barbara Schöneberger bringt es trotzig auf den Punkt: "Ich weiß auch nicht, was wir noch machen sollen".

Salvador Vilar Braamcamp Sobral wurde 1989 in Lissabon geboren und stammt aus einer alten portugiesischen Adelsfamilie.

Sobral (27) verzichtete auf eine spektakuläre Show, sondern überzeugte offensichtlich mit viel Gefühl.

Seine Teilnahme am ESC-Finale wurde davon nicht beeinträchtigt - und als Dankeschön holte Salvador seine große Schwester nach der Siegesverkündung mit auf die Bühne, um den gemeinsamen Jazz-Walzer zu performen. Musik sei keine austauschbare Ware. Weitere gutgelaunte und gut inszenierte Popnummern bescherten Moldawien (3.), Schweden (5.) und dem lange als Favoriten gehandelten Italien (6.) vordere Platzierungen. Manch einer will am Ende scherzhaft ein Ringen um den letzten Platz heraufbeschwören.

"Ich hatte so eine wunderbare Zeit beim Eurovision Song Contest", erklärte Levina weiter. Dabei blieb Isaiah nicht der einzige Australier, der in Kiew ins Blickfeld der Öffentlichkeit geriet: Während einer Showeinlage von Vorjahressiegerin Jamala erklomm ein ESC-Fan mit australischer Fahne die Bühne und präsentierte den Kameras sein nacktes Hinterteil, bevor er von der Security abgeführt wurde.

Überschattet wurde der eigentlich unpolitische Wettbewerb vom Konflikt zwischen dem Gastgeberland Ukraine und Russland.

In Kiew waren im und rund um das Messezentrum, in dem der ESC über die Bühne ging, Hunderte Polizisten im Einsatz, während die Nationalgarde die Straßen bewachte.

In diesem Jahr jedoch hat ein eher ungewöhnliches Lied gewonnen. Insgesamt ist es der Ukraine aber gelungen, trotz des Krieges im Donbass und des Eklats um die Nichtteilnahme der russischen Kandidatin Julia Samoilowa ein gutes Bild des Landes nach außen zu transportieren. Nach erfolglosen Vermittlungsbemühungen durch die European Broadcasting Union (EBU) zog sich Russland schließlich für heuer vom Bewerb zurück. Zum anderen musste der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seinen geplanten ESC-Besuch wegen der Zuspitzung in Awdijiwka in der Ostukraine, wo an dem Abend ukrainische Soldaten und Zivilisten ums Leben kamen, absagen. Die EBU kündigte jedenfalls an, vermutlich im Juni über mögliche Sanktionen gegen die beiden Streithähne wegen Verstoßes gegen die Statuten zu beraten, die bis zu einer Sperre reichen können.

Israel wird wohl weiterhin beim ESC teilnehmen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem sagte jedoch, es werde erwartet, dass die neue israelische Rundfunkanstalt Kan die Zuständigkeit übernimmt. Ganz wie in den Anfängen des Song Contests. Der Marktanteil betrug 31,5 Prozent. Nur 2009 waren es mit rund 7,3 Millionen weniger Zuschauer als in diesem Jahr.

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