Merkel und Macron wollen Reform der EU

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron nach seiner Amtseinführung in Paris

"Die ganze Welt ändert sich", fügte sie hinzu. Der 39-Jährige hatte im Wahlkampf eine klar pro-europäische Linie gegen die rechtspopulistische EU-Gegnerin Marine Le Pen vertreten und strebt eine enge Partnerschaft mit Deutschland an. Der 46-Jährige war bislang Abgeordneter und Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre und gehört zum moderaten Flügel der konservativen Republikaner-Partei um Ex-Premier Alain Juppé. Und Europa werde es nur mit einem starken Frankreich gut gehen. Frankreich sei es in den vergangenen 30 Jahren nicht gelungen, das Problem der Massenarbeitslosigkeit zu lösen.

In Berlin kündigte Macron "tiefgreifende Reformen" in seinem Land an. Und Europa ist schließlich eine der Herzensangelegenheiten des neuen französischen Präsidenten. "Das führt zu einer Politik der Verantwortungslosigkeit", sagte er.

Mit der Wahl des pro-europäischen Politikers Macron verbindet die Bundesregierung die Hoffnung auf neuen Elan in der deutsch-französischen Zusammenarbeit und in der Europapolitik. "Wir müssen frisches Geld einbringen", forderte Macron.

Der erste Besuch eines neuen Staatspräsidenten gilt dem deutschen Bundeskanzler oder der Bundeskanzlerin. Angesichts des Vormarschs der Populisten in Europa müssten beide Länder noch stärker zusammenarbeiten. Er versprach Merkel: "Ich werde ein offener, direkter und konstruktiver Partner sein". Merkel begrüsste den Gast aus Paris mit einem herzlichen Händedruck - Küsschen wurden nicht ausgetauscht.

Der sozialliberale Macron will Frankreichs Wirtschaft mit Reformen wieder in Schwung bringen. Doch der jüngste Staatschef in Frankreichs Geschichte wird in Berlin Wünsche äußern, die zu erfüllen, Merkels CDU und deren Schwesterpartei schwer fallen dürfte. Die übrigen Regierungsmitglieder sollen am Dienstag ernannt werden. Kein Wunder, dass Macron nur einen Tag nach seiner Amtseinführung nach Berlin fliegt. Seine Bewegung "en Marche" hat derzeit noch keinen Sitz im Parlament.

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