Nordrhein-Westfalen: Rot-Grün in NRW abgewählt - Kommt Schwarz-Gelb?

Social Democratic Party leader Martin Schulz speaks after first exit polls in the regional state elections of North Rhine-Westphalia in Berlin

Kraft trat kurz nach Bekanntwerden der ersten Prognosen als SPD-Landeschefin und als Bundes-Vizechefin zurück. Die CDU-Spitze um Kanzlerin Angela Merkel warnte vier Monate vor der Wahl vor Übermut. Die FDP erinnert an große Zeiten der Zweistelligkeit. Die SPD habe in Umfragen auf Bundesebene ja schon auf Augenhöhe mit der Union gestanden. Merkel wird ihr großes Plus - enorme Erfahrung für unsichere Zeiten - bis zum 24. September noch oft ausspielen.

Die AfD will sich nach dem Stimmenverlust der SPD in Nordrhein-Westfalen wieder stärker auf die CDU als Gegner fokussieren. AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel gratulierte ihren NRW-Parteikollegen und kommentierte die Wahlniederlage der SPD mit den Worten: "Der Schulz-Zug fährt jetzt rückwärts". Sie zeige, "dass wir nachdenken müssen, was wir in Berlin ändern müssen". Ihr Landtagsmandat will Kraft, die sich in ihrem Wahlkreis deutlich gegen ihren CDU-Rivalen durchsetzte, aber wahrnehmen.

Dafür ist es zu früh, noch ist einiges möglich - man denke nur an den kometenhaften Aufstieg des Sozialliberalen Emmanuel Macron in Frankreich binnen Wochen.

Kann Martin Schulz die Bundestagswahl noch gewinnen?

Nach den Erfolgen von Union und FDP in NRW hat sich der CDU-Politiker Jens Spahn für eine schwarz-gelbe Koalition in Düsseldorf ausgesprochen. "Da waren ja auch so ein paar Punkte drin, wo man schon fast von Fake News (gefälschten Nachrichten) reden kann", sagte sie im ZDF-"Heute-Journal". Am Vormittag wird in Berlin die unterlegene Ministerpräsidentin Hannelore Kraft von Kanzlerkandidat Martin Schulz in der SPD-Zentrale empfangen. Anschließend ruft Kraft ihre Partei zu einem engagierten Wahlkampf auf Bundesebene auf.

FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner feiert das beste NRW-Ergebnis seiner Partei seit 50 Jahren.

Demnach ergibt sich folgende Sitzverteilung mit Überhang- und Ausgleichsmandaten: CDU 72, SPD 69, FDP 28, Grüne 14 und AfD 16. Lindner zieht nun gleich weiter in den Bundestagswahlkampf - selbst das wurde ihm vom NRW-Wähler nicht verübelt. Allerdings brauche das Land eine "stabile Mehrheit". "Im Notfall machen wir Opposition". In NRW kritisierten nun 74 Prozent der Wähler: Die SPD "sagt nicht genau, was sie für soziale Gerechtigkeit tun will".

Im Gegensatz zum Küstenland Schleswig-Holstein hatte die Öko-Partei in der Industrieregion an Rhein und Ruhr stets einen schweren Stand. Dem CDU-Wahlsieger Laschet ließ Lindner die Botschaft zukommen, dass er sich den Weg zur FDP nicht so leicht vorstellen solle wie früher. Eine große Koalition sei in der Regel nur eine Lösung, wenn nichts Anderes infrage komme. Mit ihrer Wahlkampfstrategie, die Linke herauszuhalten, hätten SPD und Grüne der gesamten linken "Klientel einen Bärendienst erwiesen". Und wie gut ist man mit den beiden Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir aufgestellt?

Am Morgen nach der Wahl sagt Bodo Löttgen, Generalsekretär der CDU in Nordrhein-Westfalen: "Wir werden jetzt in Ruhe ausloten, in welcher Konstellation wir unsere eigenen Inhalte am besten umsetzen können". Laut Prognose lag die Wahlbeteiligung bei 65,5 Prozent.

Zufriedenheit So wird die gemeinsame Regierungsarbeit von SPD und Grünen auf der Skala von plus fünf bis minus fünf nur noch mit 0,4 (2012: 1,2) bewertet, wobei die Befragten klar zwischen Sozialdemokraten (0,8 nach 1,4 vor fünf Jahren) und Grünen (minus 0,2 nach plus 0,9 vor fünf Jahren) differenzieren.

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