Schulz-Zug definitiv abgefahren? Machtwechsel in Nordrhein-Westfalen - CDU vor

Es wird spannend in NRW Kurz vor der Landtagswahl kommt die CDU der regierenden SPD gefährlich nahe in manchen Umfragen überrundet sie die Sozialdemokraten sogar

Armin Laschet war schon Minister, sass im Bundestag und im EU-Parlament für die CDU. Eine neue Regierungsoption zeichnet sich immerhin in Schleswig-Holstein ab, wo über Schwarz-Grün-Gelb verhandelt wird. In der CDU-Spitze wird das Ergebnis aber auch als zusätzliche Botschaft an die CSU gesehen: Wenn die Union geschlossen auftrete, sei sie sogar in der "Herzkammer der Sozialdemokratie" erfolgreich, betonte Generalsekretär Tauber auch Richtung München. FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner sagte jedoch, eine "schwarz-gelbe" Mehrheit hiesse nicht, dass es eine "schwarz-gelbe" Regierung gebe.

In der Wasserstraße können die CDU-Anhänger ihr Glück kaum fassen. Er könnte in einer großen Koalition regieren.

NRW ist für Überraschungen bekannt: Nach der Landtagswahlen 2010 bildete sich eine Regierung aus SPD und Grünen unter Tolerierung der Linkspartei, die aber nur bis 2012 hielt.

Bis zum Mittag hatte der Landeswahlleiter in acht ausgewählten Kreisen und kreisfreien Städten eine Beteiligung im Schnitt von knapp 34 Prozent festgestellt. Schafft sie die fünf Prozent und damit den Einzug oder nicht? 2011 und 2012 war die Kleinpartei, die sich als Anwältin für die Belange der digitalisierten Gesellschaft verstand, in mehreren Bundesländern aus dem Stand auf Stimmenanteile von gegen neun Prozent gesprungen.

Erste Schätzungen zeigen, dass im Vergleich zur Wahl von 2012 die SPD diesmal 340'000 Stimmen an die CDU verlor, die Grünen noch einmal 100'000. Aber abends lernte der Vater, wurde Lehrer, später Schulleiter.

UPDATE 18.56 Uhr: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat den Wahlsieg als gutes Vorzeichen für die Union im Bund gewertet.

Zuvor hatte Kraft in der SPD seit ihrem Parteieintritt 1994 eine Blitzkarriere hingelegt. Auch wenn Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Bundesland ist und die Wahl dort als Trend für die Bundestagswahl gesehen wird. Die AfD erzielte auf Anhieb 7,4 bis 7,8 Prozent, die Rechtspopulisten zogen damit in das 13. Landesparlament in Folge ein.

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach warnte in der Welt: "Ich kann meiner Partei nur raten, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu bleiben und jede Form von Arroganz und Überheblichkeit zu überlassen". In den vergangenen Wochen habe die CDU mehr Wahlkampf gegen die FDP als gegen die SPD gemacht.

Für Schulz ist das Ergebnis in seiner politischen Heimat der bislang schwerste Tiefschlag. "Wir sind weit unter unserem Potenzial geblieben". Kraft hatte einer rot-rot-grünen Koalition noch kurz vor der Wahl eine klare Absage erteilt.

Schulz hatte bereits am Wahlabend eingestanden, die Bürger wollten, dass er nicht nur über soziale Gerechtigkeit rede, sondern die Zukunftsperspektiven der Bundespolitik präziser beschreibe. Nicht mehr vertreten ist die Piratenpartei, die vor fünf Jahren einen Überraschungscoup gelandet hatte und nun auf einen Prozentpunkt zurückfiel.

Lange war fraglich, ob Laschet sich in seinem Wahlkreis Aachen II durchsetzt. Zugleich warf Riexinger der SPD einen zu extremen Abgrenzungskurs vor.

Doch im November kürte ihn die Partei dann mit satten 97 Prozent zum Spitzenkandidaten. FDP-Chef und NRW-Spitzenkandidat Christian Lindner sagte, der Wahlerfolg der Liberalen sei "ein Auftrag, genauso weiterzumachen".

Und was macht Lindner dann, wenn die FDP im September nur 4,9 Prozent erreichen sollte?

Sein Ziel war Armin Laschet.

Passanten verfolgen am in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) vor dem Landtagsgebäude ein Fernsehinterview mit der bisherigen Ministrepräsidentin. Die vielen Staus, die maroden Brücken, die hohe Verschuldung - da konnte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), die Landesmutter mit 'Kümmer-Image', noch so oft versichern, dass vieles schon besser geworden sei. Zwar schauten Cem Özdemir und der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann mal an Rhein und Ruhr vorbei, aber die Stimmen sollte die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann bringen.

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