WannaCry: Microsoft liefert Sicherheits-Patches für veraltete Windows-Versionen

Verschlüsselungstrojaner Wanna Cry: Wanna Cry legt auch die Anzeigetafeln an deutschen Bahnhöfen lahm

Hacker haben mit dem Erpressungstrojaner WCry (auch: WannaCry) im Rahmen einer weltweiten Cyber-Attacke die Daten auf zehntausenden Rechnern verschlüsselt - um von den Opfern Lösegeld zu verlangen. Ein Timer kündigt die Erhöhung des "fälligen Betrages" an, ein weiterer, wann alle Dateien vernichtet werden. Nach Kaspersky gab es am Freitag-Abend bereits über 50.000 infizierte Systeme, die in 74 verschiedenen Ländern festgestellt worden sind. Der ursprüngliche Entdecker der Lücke war wohl die NSA, die das aber lange Zeit für sich behalten haben.

Besonders hart traf es Russland. Nur Rechner, die nicht mit den neuesten Updates ausgerüstet waren, konnten überhaupt angegriffen werden. Ein DB-Sprecher sagte der dpa: "Es gibt keinen zentralen Server, der die Tafeln steuert", die Ausfälle könnten daher noch für "einige Zeit" bestehen bleiben.

Auch in den USA wurde das Logistikunternehmen FedEx Opfer. An Bahnhöfen mit höherem Reisendenaufkommen werden zudem zusätzliche Mitarbeiter zur Kundeninformation eingesetzt, teilt das Unternehmen mit.

Auch Deutschland hat es getroffen.

Eine Unterart der Ransomware WannaCrypt hat seit Freitag auf der ganzen Welt für Aufruhr gesorgt und es bis in die Hauptnachrichtensendungen geschafft. Das BSI empfiehlt Betroffenen, eine Anzeige bei der Polizei zu machen.

Die Premierministerin Theresa May verkündigte, dass bei den Attacken nach ihrem Kenntnisstand alle Daten in den Krankenhäusern noch vorhanden sind.

Die Experten schreiben weiter, dass unter anderem Krankenhäuser und die NHS in Großbritannien sowie KPMG, BBVA, Santander, der Elektrizitätsversorger Iberdrola und Vodafone wie auch Telefonica in Spanien vom Angriff betroffen sind.

Microsoft entwarnt aber alle privaten Nutzer.

Windows hatte allerdings bereits im März ein Sicherheitsupdate bereitgestellt, das die Schwachstellen schließt.

Der Fall zeigt dennoch auf, dass Schadprogramme wie "WannaCry" ein immer größeres Sicherheitsrisiko darstellen. Bisher gibt es noch keine Schutz-Programme, die den PC und die verschlüsselten Daten wieder retten können: Wer den PC dringend braucht, wird daher wahrscheinlich das Lösegeld zahlen. Europol sprach von einem "beispiellosen Ausmaß".

Der Trojaner konnte sich durch eine initiale Infektion in einem Netzwerk ungehindert auf weitere Computer ausbreiten, was "insbesondere in Netzwerken von Unternehmen und Organisationen zu einem großflächigen Systemausfall führen kann", erklärt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). IT-Verantwortliche und Privatpersonen sollten nun umgehend reagieren und die Sicherheitsupdates schnellstmöglich installieren. Der Exploit für Windows-Versionen vor Windows 10 ermöglicht es Angreifern, aus der Ferne eine Ransomware mit dem Namen Wannacry oder Wanna Cryptor aufzuspielen, wenn Rechner nicht gepatcht oder nicht mit einer Firewall gesichert sind. Experten warnen jedoch davor, dass die Cyberkriminellen demnächst mit einer modifizierten Variante der Schadsoftware erneut einen Angriff starten könnten. Ist der Trojaner erst einmal im System, verbreitet er sich im Netzwerk weiter. Mittlerweile wurde der Angriff abgeschmettert - durch eine kuriose Maßnahme. Daraufhin wurde eine Funktion namens "Kill Switch" aktiviert, die die Verbreiterung vorerst stoppte. Inzwischen ermittelt auch das Bundeskriminalamt.

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