Cyber-Angriff sollte Weckruf für Regierungen sein — Microsoft

Der Angriff sei ein weiteres Beispiel, warum das Lagern von Schadprogrammen durch Regierungen ein Problem sei, hiess es von Microsoft.

Nach der globalen Cyber-Attacke hat der Software-Konzernriese Microsoft den Regierungen eine Mitschuld gegeben.

Brad Smith hatte schon vor Monaten gefordert, dass sich Regierungen verpflichten, gefundene Sicherheitslücken an die Hersteller der betroffenen Software zu melden, damit diese schnell geschlossen werden. Betroffene hatten am Montag weiter mit den Folgen des Angriffs zu kämpfen, die europäische Polizeibehörde Europol gab aber vorsichtige Entwarnung.

Smith zog einen Vergleich zu einem theoretischen Angriff auf das US-Militär: Auf konventionelle Waffen übertragen sei der Schaden mit dem Diebstahl einiger Tomahawk-Raketen aus dem Arsenal der US-Armee vergleichbar.

Kritik gab es jedoch von verschiedenen Seiten an Microsoft selber.

Europol und das britische Zentrum für Cybersicherheit warnten indes, dass die Auswirkungen der Ransomware-Attacke noch deutlich größer werden könnten. Für eine ähnliche Cyberattacke habe das NCSC zwar derzeit keine konkreten Hinweise.

Das NCSC rief Organisationen und Privatpersonen auf, Windows-PC-Systeme und Sicherheitssoftware zu aktualisieren. Sollte binnen sieben Tagen keine Zahlung eingehen, würden die verschlüsselten Daten gelöscht.

Mit Blick auf steigende Zahlen der Hacking-Opfer sagte Europol-Direktor Rob Wainwright, es gebe eine "eskalierende Bedrohung". "Man hat versucht, mit einer ganz großen Kano". Das solle eine Warnung an alle Branchen sein, dass die Cybersicherheit oberste Priorität haben müsse. Hunderttausende Computer in 150 Ländern wurden von einer Schadsoftware mit dem Namen "WannaCry" blockiert. Bei der Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus. Mehr als 20.000 Tankstellen des chinesischen Öl-Giganten CNPC gingen demnach offline.

In Japan waren rund 2000 Computer an 600 verschiedenen Orten mit dem Virus infiziert.

Experten und Behörden waren davon ausgegangen, dass die Zahl der infizierten Computer am Montag weiter steigen würde, weil zahlreiche Rechner erst nach dem Wochenende wieder hochgefahren wurden.

Europol-Chef Wainwright sagte nun: "Wir haben eine Verlangsamung der Infektionsraten Freitagnacht gesehen, die nun aber durch eine zweite Variante überholt wurde, die die Kriminellen veröffentlichten". Da WannaCrypt jene Windows-Rechner betraf, deren Sicherheits-Updates nicht auf den neuesten Stand gebracht wurden, sei es so erfolgreich gewesen. Derzeit sei beispielsweise eine Version im Umlauf, die noch gutartig sei - wegen eines Fehlers im Programm könne sie an infizierten Computern nicht die Kontrolle übernehmen, sagte Kalember.

Der Minister verlangte Nachbesserungen am IT-Sicherheitsgesetz. Ein anonymer britischer Hacker, der sich "Malware Tech "nennt und Berichten zufolge für die US-Internetsicherheitsfirma Kryptos Logic arbeitet, hatte eine Welle des Angriffs abgewehrt, indem er nicht registrierte Domainadressen kaufte, die bei dem Angriff verwendet wurden - für elf Dollar". Bei Wikileaks seien Exploit-Programme aufgetaucht, die bei der CIA gehortet worden waren, offenkundig mit dem Ziel, selbst Cyberattacken ausführen zu können.

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