Dax startet nach Rekordhoch schwächer

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes

Im Zuge der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag geschwächelt.

Am Dienstag hatte das Barometer mit 12 783 Punkten ein weiteres Rekordhoch erreicht.

Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Handelsstart ein Plus von 0,34 Prozent auf 12 814 Punkte.

Die Bereitschaft der britische Notenbank, im Fall eines 'weichen Brexit' die Zinsen anzuheben, hätten einige Anleger "eins-zu-eins auf die Europäische Zentralbank übertragen", begründete Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets die gedämpfte Stimmung. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,38 Prozent auf 25.042,23 Punkte und der TecDax rückte um 0,37 Prozent auf 2218,63 Zähler vor. "Obwohl der Markt erste Anzeichen einer Überhitzung zeigt, bleibt der Aufwärtstrend sehr stark", schrieben die Experten vom Börsenstatistik-Magazins Index Radar. Die Wahrscheinlichkeit für beide Szenarien sei fast gleich hoch.

Im TecDax setzten die Anteile von Evotec auch am zweiten Handelstag nach der Vorlage der Geschäftszahlen ihre Rally fort.

Aus dem Dax stehen die Deutsche Telekom, die Deutsche Post, Henkel und ProSiebenSat.1 mit ihren Bilanzen im Fokus, wobei vor allem die Papiere der Post und von ProSiebenSat.1 deutliche Kursverluste verzeichneten. Bei den Börsianern kam nicht gut an, dass das Management das Wachstum des TV-Werbemarktes etwas skeptischer einschätzt als bisher. Die "Aktie Gelb" des Bonner Post- und Logistikkonzerns litt unter einem enttäuschenden operativen Ergebnis und Sorgen um die Erreichbarkeit der mittelfristigen Ziele bis 2020. Der Bund Future verlor 0,14 Prozent auf 160,70 Punkte. So ging es für die Anteile des Münchener Medienkonzerns am Dax-Ende um mehr als fünf Prozent abwärts.

Für Rocket Internet ging es im SDax um rund zweieinhalb Prozent hoch. Analyst David Vos von der Bank Barclays nannte den Auftragseingang des Windkraftanlagenherstellers eine schwere Enttäuschung. Andauernder Preisdruck hatte den Gewinn des Solartechnikkonzerns im ersten Quartal belastet. Der Euro legte nach überwiegend schwachen US-Konjunkturdaten deutlich zu und wurde am Abend mit 1,0928 US-Dollar gehandelt. Im Dax war dies der Fall bei den Papieren von Linde, Eon (EON SE), SAP (SAP SE), HeidelbergCement und Volkswagen (Volkswagen (VW) vz). Die Titel von Europas größter Kupferhütte stiegen an der MDax-Spitze um 5,66 Prozent. Seine endgültigen Zahlen legte zudem der Autozulieferer Continental vor.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,20 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 141,18 Punkte. Der Kurs des Euro fiel.

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