Die Lehren aus dem Großen Preis von Spanien

Sebastian Vettel musste seinen Ferrari zwischendurch abstellen

Auch die internationalen Medien sind begeistert. Der überholte Vettel jedoch in der 44.

Lauda gegen Hunt, Prost gegen Senna, Schumacher gegen Alonso - selbst die vielzitierten Giganten-Duelle der Formel 1 reichen Lewis Hamilton (32) nicht aus, um sein erstes "episches Duell" mit Sebastian Vettel (29) in Barcelona zu beschreiben: "Das war wie Federer gegen Djokovic", schwärmt der Mercedes-Star (hier alle Infos zum Rennen). "Und das ist die wahre Sensation". Doch die Formel 1 wollte sich nach der vielen Kritik in der Vergangenheit wandeln. "Das Rennen von Barcelona wird in die Erinnerung eingehen als jenes, bei dem sich die Formel 1 nach Jahrzehnten der Langeweile wiederentdeckt hat", bejubelte La Repubblica den "GP des Adrenalins". Der Deutsche konnte seinen zweiten Wechsel auf Mediumreifen erst nach der Freigabe des Rennens durchführen und hatte den auf Soft-Gummis fahrenden Hamilton dann direkt neben sich. Mercedes' Team-Aufsichtsrat Niki Lauda sieht die Szene kritischer: "Logisch war es gefährlich", moniert er und unterstellt dem Ferrari-Piloten, sich auf eine "brutale Art" auf die Innenbahn gepresst zu haben. Wie immer es auch ausgehen wird: Es wird ein Zweikampf sein. Lewis Hamilton setzt sofort als neuer Führender die schnellste Rennrunde mit 1:23.663sek! Vor seiner "Lustreise" zum Indy 500, für das er den Klassiker in Monaco am 28. Mai sausen lässt, feierte Alonso auf der Ehrenrunde vor seinen Fans mit der spanischen Flagge. Die Reifen hielten jedoch stand, Hamilton brachte seinen Vorsprung ins Ziel. Zumindest konnte er den schnelleren Vettel ein paar Runden lang einbremsen. Dabei ist die Pole gerade auf dem an Überholmöglichkeiten armen Circuit de Catalunya so wichtig. "Eine Kombination von Faktoren machte in Barcelona große Lust auf den Rest der Saison".

Letztlich entscheiden Kleinigkeiten, ob Hamilton oder Vettel ganz oben stehen - auch in Spanien. Und nichts hat das deutlicher gezeigt als ihr Kampf in der Qualifikation von Montmelo am Samstagnachmittag. Kurz nach der Hälfte des Rennens kam es (ebenfalls) zu einer Berührung mit Massa, infolgedessen der Flame seinen Wagen abstellen musste.

Während Vettel und Hamilton die große Show boten, schaffte es Red-Bull-Fahrer Daniel Ricciardo als Dritter erstmals in dieser Saison noch auf das Podium. Für ihn waren nur Stierkampf, Motorsport und Bergsteigen echter Sport, alles andere bezeichnete er als Kinderspiele. Der Rest wären nur Spiele. Sebastian Vettel ging in Führung, Lewis Hamilton hetzte hinterher. Das Motor- und Aerodynamik-Update hat Red Bull zwar ein bisschen dichter an die Spitze herangebracht, doch von einem Dreikampf mit Mercedes und Ferrari um Siege kann weiter keine Rede sein.

Marca: "Hamilton schlägt Vettel im Hahnenkampf von Montmeló".

Vettel verhehlte seine Enttäuschung nicht: "Ich bin nicht happy, denn die Siegchance war da". Überholen ist noch schwieriger als in den Vorjahren geworden, manche Piloten fahren ein ganzes Rennen einsam ohne jegliche Konkurrenz von vorne oder hinten.

"El País": "Die makellose Teamarbeit von Mercedes in Montmeló hat Hamilton, dem Jungen aus Tewin, erst die Möglichkeit eröffnet, um den Sieg zu kämpfen, nachdem er sich beim Start von Vettel die Butter vom Brot hatte nehmen lassen und es für ihn lange Zeit nicht so gut aussah". "Ich habe dir Platz gelassen", sagte Hamilton, Vettel entgegnete: "Ich dir auch". Vettel ist hart wie Stahl und fordert Hamilton bis zuletzt. Das Auto sei gut gewesen, dahingehend gab es keine Beanstandungen.

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