Entsetzen über martialische Dynamo-Fans: "Krieg"

Dresdens Akaki Gogia jubelt mit Mannschaftskollegen über sein Elfmetertor zum 1:2

Wegen erneut gewalttätiger Ausschreitungen seiner Anhänger und des geschmacklosen Verhaltens einiger Spieler drohen dem Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden schwerwiegende Konsequenzen.

Die martialischen Szenen vor dem Auswärtsspiel gegen den Karlsruher SC seien völlig inakzeptabel, sagte der CDU-Politiker der "Heilbronner Stimme". "Das hat mit Fußball überhaupt nichts zu tun". De Maizière erklärte weiter, er hoffe auf eine schnelle und harte Reaktion der Justiz. "Wir mussten bei einem Fußballspiel wieder Dinge sehen, die wir wirklich nicht sehen wollen", sagte Strobl mit Blick auf die Ausschreitungen am Rande des Spiels am Sonntag in Karlsruhe. Die verletzten Polizeibeamten, Ordner, Mitarbeiter und Fans bitten wir im Namen des Vereins um Entschuldigung. Zudem zeigten die in Militär-Outfits aufmarschierten Dresdner Fans im Auswärtsblock ein Plakat mit der Aufschrift "Krieg dem DFB" sowie ein weiteres mit einem durchgestrichenen Logo des Verbandes.

Auch Dynamo verurteilte die Vorfälle nach dem Sieg in Karlsruhe (4:3), während der Kontrollausschuss des DFB am Montag bereits ein Ermittlungsverfahren gegen die Klubs einleitete."Jede verletzte Person beim Fußball ist eine zu viel". Torwart Dirk Orlishausen parierte einen Foulelfmeter von Stefan Kutschke (12.) - doch Dresden drehte das Spiel noch in der ersten Hälfte. Sportgeschäftsführer Minge sagte, man distanziere sich von jeder Form der Gewalt und verurteile auch die Spruchbänder, die dazu aufriefen. Verkleidete oder vermummte Fußballfans seien zwar längst keine Seltenheit mehr, doch die Dresdner sorgten nun für eine Premiere, die das Strafmaß beeinflussen könnte, wie Lorenz gegenüber der "Welt" bestätigte: "Dieser militärische Anstrich ist eine neue Komponente, die wir in unsere Überlegungen einzubeziehen haben".

Michael Born, kaufmännischer Geschäftsführer des Vereins, kündigte für die kommenden Tage eine intensive Aufarbeitung gemeinsam mit allen beteiligten Sicherheitsträgern an.

Die Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses gegen Dynamo werde man unterstützen.

Ein ganzer Fanblock in Tarnkleidung und mit Rauchmunition: Die Diskussion über kriegsähnliche Zustände in Fußballstadien wird nach dem Dresdner Auftritt in Karlsruhe ganz konkret. Die SGD ist stark und ruhmreich. "Die Ermittlung von Tätern und wirksame Prävention werden auch künftig im Zentrum unserer Bemühungen stehen. Dann werden wir mit Sicherheit unsere Konsequenzen daraus ziehen", sagte Born.

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