Geplatzte Lastschrift führte zur Schlecker-Insolvenz

Anton Schlecker neben seinem Anwalt Maximilian Heiß Die Familie Schlecker steht wegen des Vorwurfs des vorsätzlichen Bankrotts und möglicher Beihilfe vor Gericht

Und auch die Staatsanwaltschaft glaubt nicht, dass die Schlecker-Frauen für die Pleite verantwortlich sind. FOCUS Online verfolgt den Prozess im News-Ticker.

Sagur behauptet jedenfalls, dass die Insolvenz der Drogeriemarktkette hätte verhindert werden können.

In dem Prozess war bereits mehrfach beschrieben worden, dass das Geld bei Schlecker üblicherweise Anfang des Jahres knapp wurde, weil neben dem laufenden Betrieb auch die Weihnachtsware bezahlt werden musste. Angesichts der Millionen-Verlu. Und auch das Schlecker-Topmanagement sah die Lage optimistisch: Für den früheren Finanzchef, der jetzt vor dem Landgericht in Stuttgart aussagte, ist klar: Schlecker hätte gerettet werden können. Ein Warenhaus in Ehingen sei verkauft worden, um den Engpass zu überbrücken. Ein wichtiger Kreditgeber - das Unternehmen Markant, das die Zahlungsflüsse zwischen Schlecker und Lieferanten regulierte - und der Kreditversicherer Euler Hermes, der die Lieferungen absicherte, waren im Januar 2012 nicht mehr bereit, weitere Risiken zu tragen. Europas einst größter Drogerie-Einzelhändler hatte aber erst im Januar 2012 Insolvenz angemeldet.

Die Staatsanwaltschaft geht im Gegensatz zum Zeugen davon aus, dass es weitaus schlechter um Schlecker bestellt war und schon Ende 2009 die Zahlungsunfähigkeit drohte. Die Anklage wirft Schlecker vor, in den Jahren vor der Insolvenz Vermögen in Höhe von mehr als 25 Millionen Euro dem Zugriff der Gläubiger entzogen zu haben.

Das Landgericht Stuttgart ist auf der Suche nach dem juristisch Schuldigen für die Schlecker-Pleite.

"Schlecker hat mit die höchsten Gehälter im Einzelhandel bezahlt", erklärt Sagur vor Gericht, wie die "Bild" berichtet.

In einer Mitarbeiterbefragung sei durchaus Bereitschaft zum Gehaltsverzicht erkennbar gewesen, die Gewerkschaften hätten sich aber gesperrt. Es sei üblich, dass Beschäftige bei Unternehmen in Schieflage ebenfalls einen Beitrag zur Lösung der Krise leisteten, bei Schlecker aber hätten sich die Arbeitnehmervertreter quergelegt.

2011 sei den Mitarbeitern trotz des bereits laufenden Umbauprogramms noch Weihnachtsgeld gezahlt worden.

Einem Bericht der "Bild" zufolge sorgte Sagurs Aussage für Verwunderung im Gerichtssaal, wonach die Schlecker-Frauen ihren Teil zur Pleite der Drogeriemarktkette beigetragen haben sollen. Auch die Abfindungen der Schlecker-Frauen seien laut Sagur überdurchschnittlich hoch gewesen.

Firmenpatriarch Anton Schlecker wird nun unter anderem vorsätzlicher Bankrott vorgeworfen.

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