International: Weltweite Cyber-Attacke trifft Zehntausende Computer - BKA

Cyber-Attacke

Die Suche nach den Urhebern der Attacke dürfte derweil kompliziert werden. Wer hinter der Attacke steht, ist noch undeutlich.

Microsoft kritisierte nach der Cyberattacke den Einsatz von Schadprogrammen durch Regierungen.

Von der weltweiten Cyber-Attacke waren nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft 450 Rechner der Deutschen Bahn betroffen. Die Techniker müssten die Software an jedem einzelnen Rechner, der die Anzeigetafeln steuert, reparieren. "Es gibt keinen Grund für sie, aufzuhören". In vielen Bahnhöfen waren in der Folge die Anzeigetafeln gestört, auch Fahrkartenautomaten funktionierten nicht mehr überall.

Am stärksten getroffen hat die Attacke Großbritannien. In England und Schottland waren Dutzende Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen am Samstag noch lahmgelegt.

Die chinesische Internetfirma Qihoo 360 schätzte die Zahl der betroffenen Computer laut "China Daily" auf 200 000. Universitäten und Schulen, wo die Schüler auf dem Campus leben, seien besonders infiziert gewesen. Dazu traf es in Spanien auch Telefonica, in Frankreich Renault, in England Nissan und in Russland Rechner des Innenministeriums. In Schweden waren 70 Computer der Gemeinde Timrå betroffen, hieß es auf der Webseite der Verwaltung.

Bei einer Ransomware-Attacke befällt schädliche Software einen Computer und hält die darauf gespeicherten Daten gewissermassen in Geiselhaft. Daraufhin erscheint eine "Lösegeldforderung", nach deren Zahlung der PC angeblich wieder freigegeben wird.

Glauben Sie, dass die Attacke als Weckruf dient und Unternehmen und Verbraucher gewissenhafter Updates laden werden, um Sicherheitslücken zu schließen? .

Auf den Anzeigetafeln der Bahn war in der Nacht zum Samstag eine deutschsprachige Drohung der Angreifer zu lesen: "Viele Ihrer Dokumente, Fotos, Videos, Datenbanken und andere Dateien sind nicht mehr zugänglich, weil sie verschlüsselt wurden", heißt es in der Mitteilung. Innerhalb von sieben Tagen soll ein Lösegeld gezahlt werden, sonst würden die Daten gelöscht.

Die Waffe der Angreifer war Experten zufolge die Schadsoftware "Wanna Decryptor", auch bekannt als "Wanna Cry".

Kurz nach Bekanntwerden der Attacke gab Microsoft bekannt, dass bereits Korrekturen für die Sicherheitslücke bereitgestellt worden seien. Vor einigen Monaten hatten Hacker sie aber öffentlich gemacht. Microsoft legte nun eilig ein Update auch für XP auf. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rechnet erst in den kommenden Tagen mit einem Überblick.

Neu an dem Angriff von Freitag war, dass der Erpressungstrojaner von alleine neue Computer ansteckte, ohne dass ein Nutzer etwa auf einen präparierten Link klickte.

Das wurde erst möglich, weil das Programm laut Experten eine Sicherheitslücke ansteuerte, die ursprünglich der US-Abhördienst NSA für seine Überwachung nutzte. Weitere Attacken, mit leicht veränderter Software, können allerdings jederzeit folgen, das Grundprinzip ist schließlich bekannt. Das Bundeskriminalamt (BKA) leitete Ermittlungen ein.

Die europäische Ermittlungsbehörde Europol sprach von einem "beispiellosen Ausmaß" der Attacke und regte ein internationales Vorgehen der Behörden an, um die Hintermänner zu finden.

De Maizière erklärte, dass sich die Bundesregierung "mit unserer Cybersicherheitsstrategie und dem IT-Sicherheitsgesetz" auf dem richtigen Weg befinde. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz verwies gegenüber dem "Deutschlandfunk "auf die Rolle der NSA: "Sicherheitsbehörden haben ein Interesse an der Verletzlichkeit von IT-Sicherheit und das ist tatsächlich auch eine Gefahr".

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