Macron kommt zu Antrittsbesuch nach Berlin

Emmanuel Macron

Zum Auftakt seines Kurzbesuchs in Berlin ist der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt worden. "Keinerlei Tabu" gebe es für ihn, sagt der 39-Jährige. Macron fordert dafür eine neue politische Steuerung, die einen Euro-Finanzminister, ein eigenes Parlament und ein gemeinsames Budget umfassen soll.

Macron muss die Ergebnisse der Parlamentswahlen im Juni abwarten und eine Mehrheit für seine Pläne finden, während die deutsche Politik erst mit der Bundestagswahl im Herbst neue Legitimation erhält.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es bei der Frage, welchen Zielen ein Euro-Finanzminister eigentlich dienen soll. Zwei Monate später wurde der Anwärter dann von Merkel empfangen - und sprach danach zu Medienvertretern vor dem Kanzleramt. Es lebe Frankreich, Deutschland, Europa. Dafür brauche es ein starkes Frankreich. Darin wolle sie Macron unterstützen.

Drei Politikfelder wolle man zunächst gemeinsam angehen und beim folgenden gemeinsamen Abendessen besprechen, sagten Merkel und Macron: Dabei geht es um das Entsendegesetz von Arbeitskräften in Europa, die Asylgesetzgebung sowie die gegenseitigen Handelsbeziehungen. Bilateral wollen sie die Zusammenarbeit in vielen Bereichen verstärken und dafür schon im Juli mit den wichtigsten Ministern einen gemeinsamen Ministerrat durchführen. Man müsse nun vielmehr überlegen, wie man "die bestehende Europäische Union, und da vorrangig die Eurozone, vertiefen und krisenfester" machen könne. Wenn sich die ganze Welt ändere, könne Europa nicht unbeirrt an alten Verträgen festhalten. Vor dem Tor waren Hunderte Macron-Fans und Europa-Befürworter versammelt.

Die Reise ist Symbol: Frankreichs neuer Präsident kommt zuallererst und schnell nach Deutschland.

Deutschland und Frankreich seien an einem "historischen Moment" angekommen, erklärte Macron.

Von den in Deutschland verschrieenen Euro-Bonds, Staatsanleihen, für die alle Euroländer gemeinsam haften, distanzierte sich Macron in Berlin unmissverständlich.

Angela Merkel betonte, dass die französischen und die niederländischen Wahlen der Bevölkerung noch einmal vor Augen geführt hätten, dass wir in Europa einen echten Schatz haben, den es zu bewahren gelte. Auch eine Änderung der europäischen Verträge schloss die Kanzlerin nicht aus.

"Wir können dem Ganzen eine neue Dynamik geben", sagte Merkel auf gemeinsamen Medienkonferenz beim Antrittsbesuch Macrons in Berlin.

Angela Merkel befindet sich in einer außergewöhnlich starken Position nach der unerwarteten Siegesserie ihrer Partei. Dann nimmt der frischgebackene Staatschef am Montag Kurs auf Berlin.

Das Video konnte nicht abgespielt werden. Im Rennen um den Präsidentenposten waren Sozialisten und bürgerliche Rechte schon im ersten Wahlgang ausgeschieden.

Uhr: "Wir wissen um die Wichtigkeit des deutsch-französischen Verhältnisses". Sie beglückwünsche ihn von Herzen zu dem "mutigen Weg", den er gegangen sei, sagte die Kanzlerin. Leichtfüßig und mit durchgedrücktem Rücken schritt er neben der Kanzlerin die Ehrenformation im Hof des Kanzleramtes ab als hätte er nie etwas anderes gemacht. In Macrons engstem Kreis fällt die Zahl der Deutschlandkenner auf. Sein doppeltes Ziel sei es, einer oft an sich selbst zweifelnden Nation "neues Selbstvertrauen zu geben" und den Franzosen wieder "Lust auf die Zukunft" zu machen.

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