Merkel ruft nach NRW-Erfolg zu Einigkeit im Bundestagswahlkampf auf

Nach NRW-Landtagswahl Für Merkel beginnt eine neue Phase im Wahljahr

Der neue französische Präsident Emmanuel Macron macht, frisch vereidigt, am Nachmittag seine Aufwartung im Bundeskanzleramt. "Sie ist eine gute Momentaufnahme, aber angesichts der vielen Herausforderungen in der Welt muss das täglich neu erarbeitet werden", sagte die CDU-Vorsitzende und nannte die Digitalisierung als ein Stichwort. Es steht jetzt drei zu null für sie. Von der viel beschworenen "Kanzlerinnendämmerung" auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, von angeblicher Amtsmüdigkeit ist keine Spur - ebenso wenig wie vom Schulz-Hype in den Wochen nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten.

Ausgerechnet dort, wo die SPD seit Jahrzehnten regiert und die Christdemokraten bisher nur für eine Zufallsunterbrechung, für einen Betriebsunfall im sozialdemokratischen Traditionsbetrieb gut waren, ausgerechnet im Heimatland des so furios gestarteten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, hat Merkels Partei die Sozialdemokraten disqualifiziert. Was so lapidar klang, war eine Warnung: Nicht verzweifeln, wenn eine Landtagswahl verloren geht. Das hat die CDU-Chefin nun entschieden zurückgewiesen - aber auch Fehler eingeräumt. Und gut läuft es für die CDU. Die CDU in NRW sei eine vielfältige Partei, die christlich-soziale, konservative und liberale Wurzeln habe.

Für Merkel wird es entspannter. Der CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet verwies darauf, dass die Jahreszahl zwar falsch gewesen sei, es aber in NRW seit Jahren tatsächlich einen Mangel an Planungen für Infrastrukturprojekte gebe.

Nach der NRW-Nachlese am Montag dreht sich der Unions-Parteiapparat dann weiter Richtung Bundestag. Die zentralen Wahlforderungen und ein Wahlprogramm müssen noch erstellt werden, und dabei gilt es, nicht nur die CSU mitzunehmen, sondern auch die verschiedenen Parteigruppierungen. Im letzten Bundestagswahlkampf war die Unions-Kampagne stark auf Merkel ausgerichtet. "Nur eine Person und kein Programm - das kann ich nicht empfehlen". Als erstes versucht sich Merkel demnächst bei der CSU in einer Charmeoffensive: Ende Mai tritt sie in einem Münchner Bierzelt auf. Danach geht es wieder auf die Weltbühne - zum Nato-Treffen und zum G7-Gipfel. Der hat Merkel im März telefonisch zum Sieg der CDU bei der Saarland-Wahl gratuliert - höchst ungewöhnlich bei einer Regionalwahl.

NRW-Wahlsieger Laschet wünscht der Kanzlerin "eine glückliche Hand" nicht nur für die Regierungsarbeit, sondern zunächst einmal bei der Wahl des Koalitionspartners.

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