Salvador Sobral aus Portugal triumphiert beim ESC

Levina singt für Deutschland „Perfect Life

Salvador Sabral braucht für seinen Triumph keine Windmaschine, keine Stichflammen, keinen Funkenregen.

Salvador Sobral passt eigentlich überhaupt nicht in die grelle, laute und bonbonfarbene ESC-Welt. Er steht allein - Meter von der Hauptbühne entfernt - im Dunkeln. Immer wieder macht er diese verwirrenden Gesten und komischen Kopfbewegungen.

Auch der Portugiese Salvador Sobral (27) verzichtete auf eine spektakuläre Show, sondern überzeugte offensichtlich mit viel Gefühl. "Einfach magisch", nennt ihn eine Moderatorin. Der große ESC-Skandal ist bereits Wochen vor der Glitzerveranstaltung ausgetragen worden - Russland ist nach einem diplomatischen Streit ausgestiegen. So holten die in der Jurywertung noch weit zurückliegenden Moldau, Ungarn, Rumänien und Kroatien beim Publikum so viel mehr Punkte dass sie es noch in die Top Ten schafften.

Ukraine - Portugal gewinnt Eurovision Song Contest Mit einer Jazzballade hat Portugal beim Eurovision Song Contest erstmals die meisten Stimmen erhalten.

Wieder eine Pleite für Deutschland: Levina landet auf dem vorletzten Platz und ist eine der großen Verliererinnen beim ESC. Dennoch geht es dem in Lissabon geborenen Künstler nicht nur um Emotionen, er ist auch ein nachdenklicher und kluger Kopf. Deutschland enttäuschte beim Finale in Kiew erneut, Sängerin Levina wurde Vorletzte. Nur eines scheint festzustehen: Obwohl Deutschland die Teilnahme verweigern könnte, soll die Bundesrepublik auch künftig beim Eurovision Song Contest in Erscheinung treten. Im Vorjahr setzte es für Jamie-Lee den 26. und letzten Rang (11 Punkte), 2015 wurde Ann-Sophie ebenfalls Letzte (0 Punkte), noch hinter den Makemakes (0 Punkte). Drei Jury-Punkte gibt es aus Irland, von den Zuschauern noch einmal so viele. Levina kommen während des Votings die Tränen. Nur eine fade Surfer-Nummer aus Spanien schneidet noch schlechter ab. "Aber der ESC war eine wunderbare Erfahrung, die Vorbereitung und die Zeit hier in Kiew hat super Spaß gemacht". Sie meisterte ihren Auftritt souverän. Der legendäre ESC-Kommentator Peter Urban (69) vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) sagte: "Ich weiß auch nicht, woran es liegt". Denn solche nationalistische Entscheidung eines Austragungslandes machen den völkerverbindenden Auftrag des ESC zur medialen Farce. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", sagte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber der "Bild". In Europa habe das Lied die Herzen der Menschen nicht erreicht. "Das hatten wir nicht erwartet". Er stellte die Frage in den Raum: "Waren ihre Ergebnisse vor 2017 Blamagen?" Warum mag keiner da draußen unsere Musik?

Levina ging für Deutschland an den Start.

Dieses Ergebnis dürfte wieder grundsätzliche Diskussionen über Deutschlands Abschneiden bei dem Musikwettbewerb nach sich ziehen. Er stürmt während einer Pauseneinlage die Bühne. Sonst läuft alles rund.

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