Schadsoftware stammt von NSA — Microsoft

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

WashingtonNach dem weltweiten Hackerangriff auf Computersysteme wirft Microsoft den Regierungen eine Mitverantwortung vor. Der Angriff sei ein weiteres Beispiel, warum das Lagern von Schadprogrammen durch Regierungen ein solches Problem sei, schrieb Microsoft-Chef Brad Smith in einem Blog. Die Sicherheitslücke im Windows-Betriebssystem, über die der Angriff gelang, hatte sich einst der US-Geheimdienst NSA für seine Überwachung zunutze gemacht. Offenbar wurde die Schadsoftware, welche die Hacker für ihren Angriff eingesetzt hatten, von der NSA entwickelt und war dann in die falschen Hände geraten, wie das Time Magazin berichtet.

Smith zog einen Vergleich zu einem theoretischen Angriff auf das US-Militär: Auf konventionelle Waffen übertragen sei der Schaden mit dem Diebstahl einiger Tomahawk-Raketen aus dem Arsenal der US-Armee vergleichbar. Er forderte die Regierungen auf, ihre Erkenntnisse über Sicherheitslücken künftig mit den Softwareunternehmen zu teilen. Die weltweite Cyberattacke hatte am Wochenende in zahllosen Behörden, Unternehmen und bei Einzelpersonen erhebliche Schäden angerichtet.

Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol wurden mindestens 200.000 Windows-Computersysteme in 150 Ländern getroffen. Sie wurden von sogenannten Erpressungstrojanern befallen, die sie verschlüsseln und Lösegeld verlangen.

Angesichts der Cyber-Attacke auf Zehntausende Computer haben Experten gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen zu verstärken. Sollte binnen sieben Tagen keine Zahlung eingehen, würden die verschlüsselten Daten gelöscht.

Ungeachtet der Warnungen von Behörden gingen einige Opfer der Cyber-Attacke auf die Lösegeldforderungen der Angreifer ein. Der Vorfall am Freitag, bei dem Tausende Rechner von Flughäfen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen sowie Unternehmen gesperrt wurden, hätte einmal mehr gezeigt, wohin dieses Vorgehen führen könne. So etwas könne wieder geschehen. "CIA und NSA haben Sicherheitslücken in einem großen Ausmaß offenbart und nun zeigen sich die Folgen". "Man hat versucht, mit einer ganz großen Kano. Das erfordert zumindest viele Personen und wahrscheinlich eine recht hohe finanzielle Unterstützung". "Neu war, dass plötzlich Ziele angegriffen wurden, die der Öffentlichkeit sehr bewusst machen, wie schlimm so ein Angriff ist, etwa dass Chemo-Patienten nach Hause geschickt wurden, weil man deren Daten nicht mehr hat". "Ich erwarte irgendwann auch Angriffe, die umfangreicher, die kritischer sind".

Bundesverkehrsminister Dobrindt sagte der "Passauer Neuen Presse", das IT-Sicherheitsniveau bei Energie- und Wasserversorgung sowie Verkehrsinfrastruktur müsse erhöht werden. Die IT-Sicherheitsfirma Digital Shadows registrierte entsprechende Transaktionen in Bitcoin im Wert von 32.000 Dollar (29.300 Euro), der Anti-Virenprogramm-Hersteller Symantec sprach von über 80 Transaktionen.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach der weltweiten Cyberattacke zur Vorsicht beim Programmieren von Hacker-Software gemahnt. Doch die Computerbesitzer stünden auch in der Verantwortung - sie müssten sich Sicherheitsaktualisierungen auch installieren.

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