Signal an Mitte-Rechts-Lager Macron ernennt Konservativen Philippe zum Premierminister

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat Edouard Philippe zu seinem Premierminister ernannt.

Der 46-Jährige, der seine Matura in Bonn machte und Deutsch spricht, ist seit 2010 Bürgermeister von Le Havre.

Zum Thema Premierminister sagte Emmanuel Macron zuvor im Fernsehen bisher nur so viel: "Ich habe eine bestimmte Person im Kopf". Die Personalie hat große Bedeutung mit Blick auf die Parlamentswahl im Juni.

Edouard Philippe ist Frankreichs neuer Premierminister. Während des diesjährigen Präsidentschaftswahlkampfs schrieb er eine Kolumne für die linke "Libération". Der Präsident will möglichst viele Politiker anderer Parteien dazu bewegen, mit ihm zusammenzuarbeiten.

Es ist in Frankreich jedoch höchst ungewöhnlich, dass ein Präsident aus freien Stücken einen Politiker aus einer anderen Partei zum Regierungschef macht. Philippes Ernennung ist dabei so etwas wie eine ausgestreckte Hand an Vertreter der Republikaner.

Der Sohn von zwei Französischlehrern wurde in Rouen in der Normandie geboren. Beide bringen sich mit Angriffen gegen Macron als Oppositionspolitiker in Stellung.

Langjähriger Vertrauter von Ex-Premier Juppé.

. Mit der Präsentation Philippes kann Macron nun den ersten hochkarätigen Überläufer vorweisen. Er arbeitete in einer amerikanischen Anwaltskanzlei und beim französischen Nuklearriesen Areva. Im Juni wird ein neues französisches Parlament gewählt. Im November 2016 bei der Präsidentschaftsvorwahl der Republikaner war Edouard Philippe einer der aktivsten Unterstützer von Alain Juppé, mit dem er ab 2002 jahrelang zusammenarbeitete.

Philippe soll Sarkozy auch recht gut nachahmen können, ebenso dessen Vorgänger Jacques Chirac. Allerdings gilt er auch als hochmütig und schroff, manche beschreiben ihn als eingebildet und übertrieben ehrgeizig. Der Sozialliberale will die fortschrittlich denkenden Kräfte aller Parteien vereinen und damit die alten Lager links und rechts auflösen.

Fortan wird der jüngste französische Premier seit mehr als 30 Jahren vor allem ein dickes Fell benötigen. Macron, der am Sonntag ins Amt eingeführt wurde, hatte im Wahlkampf für eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland geworben.

Der Generalsekretär der Republikaner, Bernard Accoyer, erklärte am Montag über den Kurzbotschaftendienst Twitter, Philippe habe sich selbst "außerhalb unserer politischen Familie" platziert.

Das steht auf der einen Seite der Visiten-Karte von Édouard Philippe.

Wie aus dem Umkreis von Macron verlautete, soll die neue Regierung Persönlichkeiten der Linken, der Rechten und der Zivilgesellschaft umfassen und zugleich auch ein Zeichen der Erneuerung setzen.

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