Washington Microsoft: Cyber-Angriff sollte Weckruf für Regierungen sein

Mindestens 16 britische Krankenhäuser wurden durch eine Cyber Attacke lahmgelegt

Die Führung des Softwareunternehmens Microsoft gibt der amerikanischen Regierung eine Mitschuld an der weltweiten Cyberattacke, die am Freitag Computersysteme in 150 Ländern stillgelegt hat. Der Angriff sei ein weiteres Beispiel, warum das Lagern von Schadprogrammen durch Regierungen ein solches Problem sei, schrieb Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blogeintrag am Sonntag.

Dieser Angriff sei ein "Weckruf", schrieb Smith in dem Blog-Eintrag.

Europol und das britische Zentrum für Cybersicherheit warnten indes, dass die Auswirkungen der Ransomware-Attacke noch deutlich größer werden könnten.

Das Zentrum NCSC sprach von einer "bedeutenden Dimension". Welche Computer in Japan und im Ausland genau betroffen seien, werde noch untersucht. Wenn Menschen in aller Welt nach dem Wochenende an ihre Arbeitsplätze und Rechner zurückkehrten, könnten weitere infizierte Systeme entdeckt werden, hieß es.

Die Attacke begann am Freitag und wurde als die grösste ihrer Art angesehen, die es jemals gegeben hat. Sollte binnen sieben Tagen keine Zahlung eingehen, würden die verschlüsselten Daten gelöscht.

Am Montagvormittag gab der Europol-Sprecher Jan Op Gen Oorth vorerst Entwarnung: Die die Zahl der Opfer sei "nicht weiter nach oben gegangen, bislang scheint die Lage in Europa stabil". "Es war im Grunde eine wahllose Attacke in der ganzen Welt", sagte er. Das solle eine Warnung an alle Branchen sein, dass die Cybersicherheit oberste Priorität haben müsse.

Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol wurden mindestens 200 000 Computersysteme in 150 Ländern von der Hackerattacke getroffen. Bei der Deutschen Bahn fielen Anzeigetafeln und Fahrscheinautomaten aus.

"Wir haben eine Verlangsamung der Infektionsraten Freitagnacht gesehen, (.), die nun aber durch eine zweite Variante überholt wurde, die die Kriminellen veröffentlichten", sagte Wainwright.

Allerdings ist die Sicherheitslücke in Windows, die Wannacry ausnutzt, noch auf vielen Rechnern ungepatcht und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis eine ähnliche Schadsoftware verbreitet wird, die sich durch den bekannten Killswitch nicht deaktivieren lässt. Derzeit sei beispielsweise eine Version im Umlauf, die noch gutartig sei - wegen eines Fehlers im Programm könne sie an infizierten Computern nicht die Kontrolle übernehmen, sagte Kalember.

Sicherheitsforscher, unter anderem ein 22-Jähriger, hatten einen sogenannten Kill Switch in dem Programm aktivieren können. Bei Wikileaks seien Exploit-Programme aufgetaucht, die bei der CIA gehortet worden waren, offenkundig mit dem Ziel, selbst Cyberattacken ausführen zu können. Zusammen mit einem mehr oder weniger zufällig gefundenen Killswitch und den von Microsoft auch für ältere Betriebssysteme bereitgestellten Updates wurde die Ausbreitung zumindest etwas eingedämmt. Dass zwei Monate nach dem Schließen der Sicherheitslücke immer noch so viele Computer angreifbar gewesen seien, unterstreiche dies.

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