Wirtschaft: Tuifly vermiest Tui den Winter - Hotels und Kreuzfahrten legen zu

Der späte Ostertermin und der Ärger um Tuifly haben Tui im Winterhalbjahr gebremst

Das Plus erreichte Tui jedoch nur dank den Sparten Hotels & Resorts und Kreuzfahrten. Ob das Bündnis zum Winter oder erst zum Sommerflugplan 2018 zustande kommt, wagte TUI-Vorstandschef Fritz Joussen auch heute nicht zu sagen. Der um Sonderposten bereinigte operative Verlust (Ebita) vergrößerte sich jedoch um vier Prozent auf 214 Millionen Euro. Da die Osterferien 2017 im April lagen, fallen auch die Reiseumsätze bei TUI diesmal ins zweite Geschäftshalbjahr. Zudem hatte TUI Probleme mit der Tochter TUIfly.

Der Umsatz wuchs dennoch in der gewöhnlich schwachen Wintersaison bis Ende März im fortgeführten Geschäft um 3,3 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro.

Zugute kam Tui, dass sich hohe Abschreibungen auf die Beteiligung an der Container-Reederei Hapag-Lloyd nicht wiederholten, wie ein Konzernsprecher sagte.

Im Vorjahr betrug das Minus bei TUI im ersten Semester 206 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie TUI am Montag mitteilte. Das lag auch an den massenhaften Krankmeldungen bei der Fluglinie TUIfly, die den Flugbetrieb im Oktober zeitweise lahmgelegt hatten. Der Tuifly-Niki-Deal ist Teil der Rettungspläne für die hochverschuldete Air Berlin. Doch weil der Reiseriese höhere Preise fordert und zunehmend auf anspruchsvollere Hotels setzt, steigt der Umsatz sogar um acht Prozent. Unter dem Strich verringerte sich der Verlust im ersten Geschäftshalbjahr um 19 Prozent auf 363 Millionen Euro.

Reiseveranstalter schreiben im Winter in der Regel rote Zahlen. Die starke Nachfrage nach Griechenland, Spanien, den Kapverden, Zypern und den Fernreisezielen wie der Karibik gleiche die niedrigeren Buchungen für die Türkei und Ägypten aus.

Joussen erwartet, dass weiter viele Bürger vor Reisen in die Türkei zurückschrecken, sieht das aber gelassen. Die Hotelsparte steigerten das bereinigte operative Ergebnis um 27,9 Prozent auf rund 123 Millionen Euro.

Beim Buchungsstand für die wichtige Sommersaison meldet TUI, dass sie den Erwartungen entspreche.

In den kommenden Jahren will Tui neue Kundengruppen in Asien sowie in Ländern gewinnen, die selbst bisher vor allem als Urlaubsziele gelten.

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