Indien-Tochter brockt Vodafone Milliarden-Verlust ein

Das Geschäftsjahr 2016/17 endet mit einem Verlust von mehr als sechs Milliarden Euro. Quelle dpa

Der britische Telekomkonzern Vodafone hat wegen der Folgen des Brexit-Votums und des starken internationalen Wettbewerbs das zweite Jahr in Folge Milliarden verloren.

Vodafone war 2007 in den indischen Markt eingestiegen und erzielt dort inzwischen mehr als zehn Prozent seines Umsatzes und Gewinns. Ein Lichtblick war das wichtige Deutschland-Geschäft. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 (Ende März) stand unterm Strich ein Minus von fast 6,1 Milliarden Euro, teilte Vodafone mit. Der Deutsche-Telekom-Konkurrent hatte im Vorjahr bereits 5,1 Mrd. Daran sind laut Vodafone auch Währungseffekte schuld - der Konzern rechnet in Euro ab, macht seine Geschäfte in Großbritannien aber in Pfund, das die vergangenen Monate seit der Brexit-Abstimmung an Wert gegenüber dem Euro verloren hat.

Die Ausgliederung seiner strauchelnden Tochter in Indien hat die britische Vodafone tief in die roten Zahlen gedrückt. Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter begründete das unter anderem mit Kostensenkungen. Grund ist ein Preiskrieg auf dem für Vodafone drittwichtigsten Markt nach Deutschland und Grossbritannien, den der Milliardär Mukesh Ambani mit seinem Mobilfunker Jio angezettelt hatte. Wie auch bei den Rivalen belasteten von Januar bis März die wegfallenden EU-Roaminggebühren sowie gesenkte Entgelte für die Durchschaltung von Anrufen aus fremden Netzen. Stabile beziehungsweise leichte Zuwächse gab es im Mobilfunk und bei schnellen Internetanschlüssen über Telefonleitungen. "Bei den Mobilfunkpreisen erwartet Ametsreiter nicht unbedingt einen Aufwärtstrend durch die Übernahme".

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei Vodafone Deutschland stieg um 4,5 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. In der Region Afrika, Nahost und Asien-Pazifik liefen die Geschäfte ebenfalls gut, allerdings hätten negative Währungseffekte die gestiegenen Umsätze neutralisiert, erläuterte Vodafone. Seit 28 Jahren wurde nun schon die Dividende jedes Jahr angehoben.

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