Kunst-Biennale in Venedig: Franz Erhard Walther ist bester Künstler

Installation der Künstlerin Anne Imhof im Deutschen Pavillon in Venedig

Im Zentrum der 57. Am Samstag eröffnete die 57.

Erhielt den Goldenen Löwen für den besten Künstler der Hauptausstellung "Viva Arte Viva": Franz Erhard Walther rechts neben Anna Finocchiaro, der italienischen Ministerin für Beziehungen zum Parlament.

Im Inneren des Pavillons: ein Wohnwagen, versehen mit Handlungsanweisungen von Erwin Wurm.

Die Hauptausstellung unter dem Titel "Viva Arte Viva" (etwa: Es lebe die Kunst, sie lebe) kuratiert die Französin Christine Macel. Biennale-Präsident Paolo Baratta verteidigte das Konzept: Ziel sei es, den Künstler wieder mehr in den Fokus zu rücken und die Interaktion zwischen Künstlern und Besuchern, wozu auch die "Runden Tische" zählen, die in den kommenden Monaten regelmäßig Begegnungen mit Künstlern ermöglichen sollen. Obwohl die Biennale kein politisches Thema hat, setzen sich viele Arbeiten mit aktuellen Problemen wie Migration auseinander. Stattdessen gebe es zu viel Textil- und Bastelkunst zum Mitmachen, monierten Kritiker. Goldene Löwen haben Anne Imhof (*1978 Gießen) für ihre latent gewaltgetriebene fünfstündige Performance im Deutschen Pavillon zugesprochen bekommen - sowie Franz Erhard Walther (*1939 Fulda) als bester Künstler auf dieser rund 250 Künstler präsentierenden Mammutschau. Sofort klingt ja das ganze mythische Gewaber an, das das Publikum an deutscher Kunst so schätzt: Wahn, Versuchung, Vermessenheit, Tiefe, Macht und Ohnmacht, Willkür und Gewalt, Unterwerfung und Freiheit, Verbrechen und Tod. Die 39-jährige Künstlerin zeigt im deutschen Pavillon die Performance "Faust". Die Performer nehmen einen wahr, aber erkennen einen nicht an. Susanne Gaensheimer wiederum, die scheidende Direktorin des Museums, hat den deutschen Biennalepavillon 2011 und 2013 kuratiert, beim ersten Mal holte auch sie einen Goldenen Löwen. Er betonte: "Ich freue mich sehr, dass mit Anne Imhof und Franz Erhard Walther gleich zwei ehemalige Studenten der Frankfurter Städelschule und der Offenbacher Hochschule für Gestaltung auf einer der wichtigsten Kunstausstellungen der Welt für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden", sagte er laut Mitteilung. Darauf muss man reagieren. "Mit dieser vielfältigen Arbeitsweise kann ich große Bilder schaffen", so Imhof. Der Goldene Löwe für Franz Erhard Walther ist eine Überraschung - auch für ihn selbst. Die internationale Expertenrunde befand, Walthers partizipativen Arbeiten "bringen Form, Farbe, Stoffe, Skulptur und Performance zusammen".

Bis zum 26. November haben Besucher Gelegenheit, die Biennale in Venedig zu besuchen.

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