Vier Unternehmen in Österreich von Cyber-Attacke betroffen

Grafik zur Cyberattacke

"Ich erwarte irgendwann auch Angriffe, die umfangreicher, die kritischer sind".

Berlin. Nach der massiven Cyber-Attacke mit Zehntausenden blockierten Computern warnen Experten vor neuen Angriffen. "Ich gehe davon aus, dass es von dieser Attacke früher oder später eine weitere Welle geben wird", sagte Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure der Deutschen Presse-Agentur. Gründe dafür seien die rasche Digitalisierung der Aufzugsteuerung sowie mögliche Sicherheitslücken in der Betriebssoftware. Betroffen von dem Cyberangriff waren teilweise auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen sowie vereinzelt Fahrkartenautomaten.

Der IT-Forscher, der laut Medienberichten aus Großbritannien kommt, 22 Jahre alt ist und bei einer Sicherheitssoftware-Firma arbeitet, will anonym bleiben. Es bleibt weiterhin unklar, wer hinter dem weltweiten Angriff steht. "Da ist viel Geld im Spiel". Dennoch können wir keine Entwarnung geben. Hacker könnten die Schadsoftware modifizieren und einen neuen Angriff starten.

Durch den Angriff mit dem Erpressungs-Trojaner "Wanna Cry" waren nach Angaben von Europol am Wochenende sicher rund 200 000 Computer in 150 Ländern betroffen.

Europol-Chef Rob Wainwright sprach von einem Hackerangriff bislang beispiellosen Ausmaßes: "Wir führen jährlich Gegenmaßnahmen gegen rund 200 Cyberattacken aus, aber so etwas haben wir noch nicht gesehen". Darunter seien auch große Firmen. Europol schlug ein internationales Vorgehen der Behörden vor, um die Hintermänner zu finden.

In Thailand hatte der Angriff nach offiziellen Angaben keine größeren Auswirkungen.

Die Erpressungssoftware "WannaCry" hatte auf den infizierten Rechnern alle Daten verschlüsselt.

Das britische Zentrum für Cybersicherheit hat zusammen mit anderen Experten vor weiterem Schaden durch die Ransomware-Attacke gewarnt. In Deutschland ist das Bundeskriminalamt mit der Aufklärung beschäftigt. Netze der Bundesregierung seien nicht betroffen gewesen, teilte das Innenministerium mit.

Europol teilte mit, nur wenige Opfer hätten bezahlt. Computerexperten fürchten aber eine erneute Verschärfung des Problems, wenn sich an diesem Montag Menschen in Millionen Computer einloggen.

Am Freitag wurde die Erpressungssoftware "WannaCry" zum ersten Mal festgestellt. In England und Schottland sind Dutzende Kliniken und andere Gesundheitseinrichtungen nach wie vor lahmgelegt. In Frankreich traf es den Autobauer Renault, in Spanien den Telefon-Konzern Telefónica sowie in Russland Ministerien, Banken und die Eisenbahn. Renault stoppte am Samstag die Produktion in mehreren französischen Werken - um die Ausbreitung der Schadsoftware zu verhindern, wie es hieß.

In Deutschland war neben der Bahn auch der Logistikkonzern Schencker Opfer der Attacke. Auch die Technik zur Videoüberwachung war einem Sprecher des Bundesinnenministeriums zufolge betroffen. "Zurzeit sind viele Unternehmen stärker verwundbar, weil sie ihre Systeme von eigenen Serverparks in die Cloud verlegen, wo andere Sicherheitskonzepte nötig sind", sagte der Technical Manager des Cyber-Security-Dienstleisters F5 dem "Tagesspiegel" (Montag).

Die Attacke sollte ein Weckruf sein, schrieb Microsoft-Präsident Brad Smith in einem Blog. Dabei wurde Experten zufolge eine Sicherheitslücke ausgenutzt, die ursprünglich vom US-Abhördienst NSA entdeckt worden war, aber vor einigen Monaten von Hackern öffentlich gemacht wurde.

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