35-Stunden-Woche: Darf es ein bisschen mehr sein?

Eine Karte zur Arbeitszeiterfassung wird unter eine Stechuhr gelegt

In der deutschen Schlüsselindustrie Metall und Elektro spitzt sich der Konflikt um die Arbeitszeit zu.

An der Befragung der Gewerkschaft zum Thema Arbeitszeit hatten sich im Januar und Februar bundesweit 681 000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie beteiligt. In einer Befragung sprachen sich 86 Prozent der Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen dafür aus, die tarifliche Arbeitszeit von derzeit 38 Stunden pro Woche zu verringern, wie die Industriegewerkschaft Metall am Mittwoch mitteilte. Danach wünsche sich die große Mehrheit von 67,9 Prozent der Befragten eine 35-Stunden-Woche oder noch kürzere Arbeitszeiten. "Von denen, die mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind, haben 93,6 Prozent planbare Arbeitszeiten". Doch auch diese Beschäftigten fordern mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt von morgen.

Die 35-Stunden-Woche gilt nur in Westdeutschland. Auch sonst gelte: Wo überlange Arbeitszeiten gefordert würden, keine wirkliche Planbarkeit der Tätigkeit möglich sei, regelmäßig an Wochenenden gearbeitet werde oder ständig hoher Leistungsdruck herrsche, sei die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihren Arbeitszeiten eher gering. Eine der Gruppen sind die "Flexiblen", also beispielsweise Teilzeitkräfte oder Projektarbeiter. Ein knappes Viertel arbeitet gar 40 Stunden oder länger. Mit mehrwöchigen Streiks unter dem Logo der lachenden gelben Sonne erkämpfte die Gewerkschaft vor mehr als 30 Jahren den Einstieg in eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung.

In den sozialen Berufen arbeiten Menschen mit Berufsausbildung und einem oft variablen Gehalt zwischen 2.000 und 3.000 Euro (brutto). 82,3 Prozent würden gerne die Arbeitszeit zeitweise absenken, etwa um Kinder zu erziehen, Angehörige zu pflegen oder sich beruflich weiterzubilden. Hofmann führt dies unter anderem auf Öffnungsklauseln in den Tarifverträgen zurück, die die Unternehmen verstärkt in Anspruch nehmen. Ende Juni will sie auf einem Kongress konkretere Forderungen erarbeiten.

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