Geschäft der Deutschen Börse zieht an

Geschäft der Deutschen Börse zieht an

Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse steht trotz Fusions-Aus und Insidervorwürfen zu Vorstandschef Carsten Kengeter. Martin Wallmann von der Verbraucherzentrale für Kapitalanleger in Berlin kritisierte, dass die hessische Politik nicht richtig eingebunden und allein auf bundespolitische Hilfe gesetzt worden sei. Letztlich brachte die britische Seite die Fusion zum Scheitern, weil sie eine nicht gewichtige Forderung der EU-Kommission nicht erfüllen wollte.

Nach der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse bleibt die Zukunft von Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter offen.

Frankfurt - Die Führungsgremien der Deutschen Börse mussten sich auf dem Aktionärstreffen in der Frankfurter Jahrhunderthalle viel Kritik anhören. Der Markt für Informationsdienstleistungen wachse um zwölf Prozent pro Jahr, um 43 Milliarden Euro bis 2020. Vor allem die Frage nach dem Sitz der gemeinsamen Holding war ein Streitpunkt. Dort ging es auch um die Ermittlungen gegen Börsen-Chef Kengeter.

Mit den Vorwürfen, Kengeter habe bei einem Aktiengeschäft im Dezember 2015 nicht-öffentliche Informationen zu seinem Vorteil genutzt, habe sich der Aufsichtsrat "sorgfältig und intensiv" befasst, bekräftigte Faber. Man werde dies "rechtzeitig" entscheiden, sagte Faber nur.

Kengeter räumte ein, dass es ihm nicht gelungen sei, sich in der Rhein-Main-Regionen mit seinen Argumenten hinreichend verständlich zu machen. Mit kleineren Zukäufen und der Ausweitung der Geschäfte will er den Dax-Konzern zukunftssicher machen. "Da wir im Jahresverlauf weiteres Wachstum erwarten, bestätigen wir unsere Prognose für das laufende Jahr", sagte Kengeter. "Ermittlungen gegen einen Börsenchef wegen Insiderhandels sind in etwa so, als würde gegen einen Bankchef wegen des Herstellens von Falschgeld ermittelt werden". Neben dem Energiehandel nannte Kengeter das Geschäft mit Devisen, Unternehmensanleihen und Rohstoffen. Darüber hinaus will Kengeter die Chancen der Digitalisierung nutzen.

Doch der Börsenchef blieb gelassen, und auch der Aufsichtsrat drückte ihm erneut das Vertrauen aus. Er sei sicher, dass sich die Vorwürfe "nach eingehender Prüfung als unbegründet erweisen werden", sagte er den Aktionären. Die Deutsche Börse war dieses Jahr endgültig damit gescheitert, mit der Londoner Börse zu fusionieren. "Aber das bedeutet nicht das Aus für Übernahmen, Partnerschaften und Beteiligungen überhaupt". Neben einer um 10 Cent höheren Dividende von 2,35 Euro für das Geschäftsjahr 2016 will die Deutsche Börse im zweiten Halbjahr ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von rund 200 Millionen Euro auflegen.

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