Korruption - Brasiliens Präsident durch Mitschnitte unter Druck

Sao Paulo Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras gerät Präsident Michel Temer unter Druck.

Brasiliens Präsident Michel Temer soll einem Medienbericht zufolge in einen Korruptionsskandal verwickelt sein. In Brasilia war nach dem Auftauchen von angeblich belastenden Tonaufnahmen von einer "Bombe" die Rede. Cunha war früher ein Verbündeter Temers und drohte, kompromittierende Informationen über eine Menge hochrangiger Politiker preiszugeben. Mit dem Mitschnitt lasse sich beweisen, dass Temer Batista in seinem Vorgehen bestärkt habe.

Laut "O Globo" wurde später jedoch der Abgeordnete Rodrigo Rocha Loures von Temers Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) dabei gefilmt, wie er einen Geldkoffer mit 500.000 Reais (146.000 Euro) entgegennahm - er könnte von Temer mit dem Lösen der Sache beauftragt worden sein. Die linke Arbeiterpartei fordert deshalb Temers sofortigen Rücktritt und Neuwahlen.

Dem Blatt zufolge wird Temer belastet durch die Aufzeichnung eines Gesprächs mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden des Fleischproduzenten JBS, Joseley Batista. Er bestritt jedoch, dabei Schweigegeld-Zahlungen an Cunha zugestimmt zu haben. Ihm gegenüber machten Joesley Batista und sein Bruder Wesley die brisanten Aussagen und händigten ihm das Beweismaterial aus. Unklar ist, warum sie sich an die Justiz wandten. Tonbandaufnahmen belegten, dass Temer sich einverstanden gezeigt habe, dem ehemaligen Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha Schweigegeld zu zahlen, berichtete die brasilianische Zeitung "O Globo" am Mittwoch. Kommentoren sprachen von einer "Atombombe, die über dem Land explodiert". Er hatte das Amtsenthebungsverfahren gegen die damalige Präsidentin Rousseff auf den Weg gebracht; ihr Vize Temer wurde dann Präsident. Vergangenen Herbst wurde Cunha verhaftet und im März wegen Korruption zu 15 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. 2014 hatten die Behörden um den gefeierten Richter Sergio Moro im südbrasilianischen Curitiba damit begonnen, das Netzwerk um Schmiergelderzahlungen bei Auftragsvergaben von Konzernen aufzudecken. Acht Minister stehen unter Korruptionsverdacht. Seine Beliebtheit war zuvor schon auf neun Prozent gesunken.

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