WikiLeaks-Informantin Chelsea Manning aus Haft entlassen

Julian Assange droht eine Anklage

Für viele eine Heldin, für andere eine Verräterin: Für Chelsea Manning öffnen sich nach sieben Jahren Haft die Gefängnistore. Im Jahr 2010 hatte sie mehr als 700.000 geheime Dokumente und Aufnahmen an die Enthüllungsplattform WikiLeaks weitergegeben. Das US-Heer erklärte, Manning bleibe auch nach ihrer Haftentlassung im aktiven Militärdienst. Jetzt ist sie da. Manning wurde am Mittwoch vorzeitig aus der Haft entlassen. "Diese war viel zu lang, zu schwer und zu drakonisch". "Ich kann nicht abwarten, sie zu treffen", schrieb Assange am Mittwoch im Kurznachrichtendienst Twitter. "Alles, was vor mir liegt, ist wichtiger als die Vergangenheit". Unter ihrem früheren Namen hatte sie während ihrer Stationierung im Irak der Enthüllungsplattform Wikileaks hunderttausende Dokumente zugespielt. Zum Ende seiner Amtszeit hatte US-Präsident Barack Obama Manning den größten Teil ihrer Strafe erlassen. Das meiste Aufsehen erregte ein Video, das Wikileaks im April 2010 veröffentlicht: Es lässt die Zuschauer durch das Fadenkreuz von Soldaten blicken, die in einem US-Kampfhubschrauber über Bagdad kreisen und mindestens zwölf Zivilisten erschießen, darunter auch zwei Reuters-Fotografen. Manning verbüßte einen Großteil ihrer Haft im Militärgefängnis Fort Leavenworth in Kansas. Sie unternahm zudem Berichten zufolge zwei Selbsttötungsversuche.

Manning werde vorerst keine Interviews geben, schrieb ihr Rechtshilfeverband American Civil Liberties Union (ACLU). Deren Gründer Assange hält sich seit Juni 2012 in der Botschaft Ecuadors in London auf, um einer Auslieferung an Schweden im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs zu entgehen. Ob dies rechtlich möglich wäre, ist strittig.

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