AKTIE IM FOKUS: Grammer reagieren nicht auf Gerichtsentscheidung

Machtkampf um Grammer. Quelle dpa

Auf Antrag der Prevent DEV GmbH hatte die 3. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Nürnberg-Fürth am 31. März 2017 eine einstweilige Verfügung gegen die Grammer AG erlassen. "Wir werden uns das - routinemäßig - auf möglichen Marktmissbrauch wie Insiderhandel und Marktmanipulation hin ansehen", erklärte eine Behördensprecherin. Das bestätigte das bayerische Wirtschaftsministerium der WELT AM SONNTAG, das versucht hatte, zwischen der Unternehmensführung von Grammer und den Investoren um die bosnische Familie Hastor zu vermitteln. Nach dem Vorstoß der Hastors bei Grammer hatten Großkunden angekündigt, ihre Geschäftsbeziehung zu überprüfen. "Im ersten Quartal haben sich unsere Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum halbiert", sagte Grammer-Aufsichtsratschef Klaus Probst der "Wirtschaftswoche" laut einem Vorabbericht vom Donnerstag. Denn es waren Autozulieferer der Hastors, die im vergangenen Jahr VW im Streit nicht mehr belieferten und so die Bänder zum Stillstand brachten.

Der Autozulieferer Grammer hat erstmals beziffert, in welchem Volumen ihm im Machtkampf mit Investoren der Familie Hastor neue Aufträge weggebrochen sind. Grammer ist jedoch auf gute Beziehungen zu VW angewiesen. Der Wolfsburger Autobauer gehört nämlich zu den größten Grammer-Kunden. "Hastor veranstaltet ein unverantwortliches Machtpoker auf dem Rücken des Unternehmens und seiner Mitarbeiter", sagte sie der WELT AM SONNTAG. "Wir haben von Anfang an gesehen, dass die großen Autohersteller das Investment der Familie Hastor sehr negativ betrachten", sagte er der "WirtschaftsWoche". "Hastor gefährdet die Zukunft von Grammer", sagte Aigner. "Fundamentale Konflikte zwischen Unternehmensorganen und einem Großaktionär öffentlich in der Hauptversammlung auszutragen ist nicht gut für das Vertrauen in das Unternehmen". Die Chinesen wollen durch Aktienzukäufe die Abwehr der Hastors ermöglichen. Der Aktienkurs sinkt. In wieweit sich die Entwicklungen und das heutige Urteil auf die Abstimmungen bei der Aktionärsversammlung auswirken, ist völlig unklar. Nun wollen die Hastors Grammer-Chef Hartmut Müller stürzen und fünf Aufsichtsräte durch eigene Leute ersetzen.

Grammer machte 2016 mit weltweit 12.000 Mitarbeitern 1,7 Milliarden Euro Umsatz und 45 Millionen Euro Gewinn. Prevent kontrollierte zuletzt mehr als 20 Prozent der Anteile an dem Hersteller von Armlehnen, Kopfstützen und Mittelkonsolen aus Amberg in der Oberpfalz. Kleiner, aber profitabler ist das Geschäft mit Sitzen für Traktoren und Lastwagen.

Related:

Comments

Latest news

DAX nimmt Fahrt nach unten auf - Trumps Politik-Chaos als Stimmungskiller
Mit einem Minus von 1,35 Prozent auf 12.631,61 Punkte beendete der deutsche Leitindex den Handel an der Frankfurter Börse. So verzeichnete der Dow Jones Industrial den größten prozentualen Tagesverlust seit September vergangenen Jahres.

Mord im Volkspark: Polizei bittet um Mithilfe
Gleiches gilt für Taxifahrer, die in diesem Zeitraum in der Umgebung des Parks Fahrgäste abgesetzt oder aufgenommen haben. Zum Tatwerkzeug sind zurzeit keine genaueren Angaben möglich.

CDU und FDP in NRW wollen über schwarz-gelbe Koalition reden
Das klang schon ziemlich forsch für den zuletzt zwar selbstbewusst, aber auch demonstrativ demütig auftretenden Ober-Liberalen. Mit Blick auf die anstehenden Sondierungsgespräche mit der CDU meinte Lindner, diese würden hart, aber herzlich geführt.

Weitere Verschärfung bei Asylrecht und Abschiebungen
Der Bundestag verabschiedete dazu am Donnerstagabend ein Gesetzespaket "zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht". Die Koalition hatte jedoch am Mittwoch im Innenausschuss noch weitere Verschärfungen in den Gesetzentwurf eingefügt.

Etihad schießt Air Berlin erneut Hunderte Millionen zu
Es geht um 1,2 Milliarden Euro! Er muss es wissen, denn auch die Lufthansa hält einen kleinen Anteil an der neuen Gesellschaft. Air Berlin rutschte voriges Jahr mit einem Rekordverlust von 782 Millionen Euro noch tiefer in die roten Zahlen.

Other news