Etihad schießt Air Berlin erneut Hunderte Millionen zu

Die hoch verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin kann auf mehr Geld hoffen

Carsten Spohr erklärte dazu nach der Hauptversammlung vor Journalisten, dass Mitbewerber wie Air France-KLM oder British Airways in der Vergangenheit nationale Konkurrenten übernommen hätten und es auch keine kartellrechtlichen Probleme gegeben hätte.

"Die Schuldenfrage kann nur Abu Dhabi lösen".

Der Regierung des Emirats am Persischen Golf sei klar, dass das hohe Kostenniveau der Berliner Fluggesellschaft, die Schulden und ein mögliches Veto der Wettbewerbshüter die Lufthansa daran hinderten, den Rest der Krisen-Airline zu übernehmen, sagte Spohr.

Die Lufthansa zeigt inzwischen recht offen ihr Interesse an einer Übernahme des schwächelnden Konkurrenten, der in die Lufthansa-Billigfliegersparte Eurowings integriert werden könnte.

Auf der Hauptversammlung in Hamburg äußerte sich LH-Boss Carsten Spohr auch über die angeschlagene Air Berlin. "Leidtragende werden die Beschäftigten der Air Berlin sein, denn jenseits der Filetstücke werden dem Vernehmen nach viele Geschäftsbereiche abgewickelt".

Während der Langstreckenverkehr aufgrund lebendingen Wettbewerbs als unproblematisch gilt, könnte es innerdeutsch und auf zahlreichen Europa-Routen, beispielsweise zwischen Düsseldorf und Wien oder Berlin-Tegel und Wien, durchaus zu kartellrechtlichen Problemen kommen.

Air Berlin rutschte voriges Jahr mit einem Rekordverlust von 782 Millionen Euro noch tiefer in die roten Zahlen.

Alleine aus gemeinsam verhandelten Flugzeug-Leasing-Verträgen könnte Air Berlin bis zu 150 Millionen Euro einsparen. "Wir haben uns grundsätzlich mit Fraport auf ein Paket von drei Jahren geeinigt, das uns Kostensenkungen liefern wird auf dem Niveau, was Ryanair bekommt", sagte Spohr. Seitens eines Regierungssprechers war vor ein paar Tagen gar zu hören, dass man in Sachen Air Berlin eine "deutsche Lösung" bevorzuge. Dazu gehörten bessere Leasingverträge für die Jets und Einsparungen bei den zu hohen Gebühren, die bei Ticketverkäufen über die globalen Buchungssysteme anfallen.

Der frühere Lufthansa-Spitzenmanager Thomas Winkelmann hat in seinen wenigen Wochen an der Spitze von Air Berlin neben dem Personalblock mehrere große Einsparmöglichkeiten identifiziert. 2018 soll die bislang noch defizitäre Airline dann in die Gewinnzone fliegen.

Es geht um 1,2 Milliarden Euro! Er muss es wissen, denn auch die Lufthansa hält einen kleinen Anteil an der neuen Gesellschaft.

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