IG-Metall: 35 Stunden-Woche bleibt der Maßstab

Wochenarbeitszeit

Gefordert ist nun eine Arbeitszeitpolitik, die jene Faktoren stärkt, die die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen und jene eingrenzt, die zur Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit führen, betonte der IG Metall-Vorsitzende: "Ob Beschäftigte zufrieden oder unzufrieden sind mit ihrer Arbeitszeit, darauf haben überall dieselben Faktoren Einfluss". Gewerkschaftschef Jörg Hofmann wirft den Arbeitgebern vor, diese tariflich vereinbarte Obergrenze in den vergangenen Jahren aufgeweicht zu haben.

Die Befragung der IG Metall zeigt aber auch, dass sieben von zehn und damit eine deutliche Mehrheit der Beschäftigten mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind - vor allem in Unternehmen, in denen Tarifverträge gelten. Dabei sei dies für die große Mehrzahl der Beschäftigten die Wunscharbeitszeit.

Frankfurt am Main - Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Doch auch diese Beschäftigten fordern mehr Selbstbestimmung in der Arbeitswelt von morgen. Seit 1995 gelten in der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie die 35 Stunden.

Die Wissensarbeiter sind Befragte mit akademischem Abschluss, einem überdurchschnittlichen Verdienst von 3.000 Euro (brutto) und mehr, die in der Kreativwirtschaft, höheren Verwaltung oder Wissenschaft arbeiten. Zumal im Westen mehr als 70 Prozent der Metaller, die sich an der aktuellen Umfrage der Gewerkschaft beteiligten, mit der Arbeitszeit ziemlich gut leben können. Die Arbeitszeit beträgt selten exakt 40 Stunden in der Woche. Dafür erwarteten die Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich. 82,3 Prozent würden gerne die Arbeitszeit zeitweise absenken, etwa um Kinder zu erziehen, Angehörige zu pflegen oder sich beruflich weiterzubilden.

"Das Votum der Beschäftigten ist eindeutig: Sie setzen auf eine Umverteilung der Arbeitszeit entlang des Lebenslaufes".

In der Metall- und Elektroindustrie bahnt sich ein Tarifstreit um die Arbeitszeit an. Ende Juni will sie auf einem Kongress konkretere Forderungen erarbeiten.

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