Iran: Präsidentenwahl im Iran

Präsidentschaftswahlen Anhängerinnen von Amtsträger Hassan Ruhani auf einer Wahlveranstaltung

Über 56 Millionen Iraner sind aufgerufen zu bestimmen, ob sie dem moderaten Präsidenten Hassan Rouhani eine zweite Amtszeit geben oder einen politischen Wechsel wollen. Rouhanis schärfster Konkurrent ist Ebrahim Raisi. Das Wahlergebnis wird zeigen, welchen Kurs die Iraner bevorzugen. Sein konservativer Herausforderer Ebrahim Raisi präsentiert sich dagegen als Verteidiger der Armen und Arbeitslosen und wirbt für eine "Widerstandswirtschaft" und eine "Diplomatie der Stärke". Voraussichtlich können Wähler noch bis Mitternacht der Ortszeit abstimmen, nach unserer Zeit ist das 21.30 Uhr. Mit ersten Prognosen ist am Samstag zu rechnen. Sieger ist, wer mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen erhält.

Ein Mann füllt einen Stimmzettel in einem Wahllokal in Teheran aus. "Wie kann es sein, dass anständige Leute Steuern zahlen, Sie aber nicht?", ging Ruhani Raeesi frontal an, einen Protégé des Obersten Revolutionsführers Ali Khamenei und der Chef von Irans reichster islamischer Stiftung. Oft werden im Iran die Öffnungszeiten verlängert, um für eine höhere Wahlbeteiligung zu sorgen. Das Innenministerium erklärte, eine Beteiligung von mehr als 72 Prozent zu erwarten. "Wir waren grün, aber eure Knüppel haben uns violett gemacht", hallte es durch das Teheraner Stadion in Anspielung auf die vielen Blutergüsse der Demonstranten von 2009. Den anderen beiden Bewerben werden keine Chancen eingeräumt. Der umstrittene frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad war wie hunderte andere Bewerber vom Wächterrat nicht zur Wahl zugelassen worden.

Der 68-jährige Ruhani bat im Wahlkampf die Iraner um mehr Zeit, um den Nutzen aus dem Atomabkommen zu ziehen. Zudem versprach er eine Stärkung der Bürgerrechte und eine Lockerung der gesellschaftlichen Restriktionen. Sein konservativer Gegner stehe für eine "Logik des Verbots", warnte Ruhani, und verstehe nichts von Diplomatie. Auch dessen international gepriesenes Atomabkommen mit dem Westen verglich er mit einem Scheck, den der Präsident nicht einlösen könne.

Trotz der Zugeständnisse des Irans beim Atomprogramm bleibt das Verhältnis zu den USA angespannt. "Es geht um euer Schicksal und das eurer Kinder", so der iranische Präsident.

Auch Ex-Präsident Mohammad Khatami, der bei Kundgebungen der Reformer stets frenetisch gefeiert wird, rief am Sonntag in einer Videobotschaft die Bürger auf, Ruhani ihre Stimme zu geben.

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