Präsidentenwahl im Iran begonnen

Eine Iranerin in Teheran vor Wahlplakaten des Reform-Präsidenten Hassan Ruhani. Quelle AFP

Die beiden anderen Kandidaten gelten als chancenlos.

Dubai (Reuters) - Bei der Präsidentenwahl im Iran ist die Öffnungszeit der Wahllokale wegen des großen Andrangs verlängert worden.

Die Wahl vom Freitag wird auch als Referendum gesehen: Ruhanis Politik der Öffnung steht gegen Raeissis Abschottungspolitik. Rohani ist zwar Favorit, aber Raeissi genießt die Unterstützung des Klerus sowie der staatlichen Medien.

Am Freitag Vormittag gaben bereits Millionen Iraner ihre Stimme ab. Die Wähler sollten außerdem nicht vergessen, dass das Wahlergebnis auch außenpolitisch für das Land enorm wichtig sei, so der Präsident. Bei der Wahl müssten die Iraner entscheiden, welchen Weg sie gehen wollen: Freiheit oder "Frauen und Männer durch Mauern getrennt". Vier Jahre zuvor hatte die Wiederwahl des Hardliners Ahmadinedschad zu massiven Protesten der Reformer geführt, die ihm eine Manipulation des Urnengangs vorwarfen. Die Bürger setzten auf seine Versprechen, das Land weltoffener und liberaler zu machen und die von Sanktionen geplagte Wirtschaft wieder anzukurbeln. Im Gegenzug wurden die meisten Wirtschaftssanktionen aufgehoben. Doch wirft er Ruhani vor, zu wenig daraus gemacht zu haben. Auch wenn sich Chamenei aus dem Wahlkampf weitgehend herausgehalten hat, gilt es als sicher, dass er lieber Raeissi auf dem Präsidentenstuhl sehen würde. Der umstrittene frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad war wie hunderte andere Bewerber vom Wächterrat nicht zur Wahl zugelassen worden.

Der iranische Spitzenkandidat des erzkonservativen Klerus, Ebrahim Raeissi, bei der Stimmabgabe. Wie viele Iraner beklagte er aber, dass sich für ihn persönlich in Ruhanis Amtszeit nichts verbessert habe.

Die Wahllokale sind voraussichtlich bis 21.30 Uhr (MESZ) geöffnet. In den 1980er Jahren hatte er als Richter politische Häftlinge zum Tode verurteilt. Erste Prognosen soll es schon Samstag in der Früh geben geben. Endergebnisse werden am Abend oder spätestens am Sonntag erwartet. Nur die Angaben des Innenministeriums seien amtlich.

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