Regierung: Trump will Comey nicht zu Ende von Flynn-Untersuchung gedrängt haben

Trump soll Ex-FBI-Chef Comey um die Einstellung von Ermittlungen gebeten haben

An jenem Tag bat Trump den Justizminister und seinen Vizepräsidenten, das Oval Office zu verlassen, und wandte sich an FBI-Chef James Comey. Flynn trat nach nur 24 Tagen im Amt wegen seiner umstrittenen Russland-Kontakte und einer diesbezüglichen Falschaussage zurück.

"Ich respektiere den Schritt, aber diese ganze Sache ist eine Hexenjagd", sagte der US-Präsident. Zwischenzeitlich unterbrach er seine Regierungsarbeit, um als Rechtsanwalt Geld zu verdienen. Dafür scheint ein neuer FBI-Direktor gefunden zu sein.

Der US-Präsident betonte zugleich: "Glaubt mir, es hat keine Absprachen geben". Das könnte diesmal anders sein. In diesem Amt hat er sich parteiübergreifend grossen Respekt erworben. Der Kongress will die Angelegenheit aufklären und bei den Republikanern verstärken sich die Absetzbewegungen. Die Gesprächsnotiz hatte ein Comey-Vertrauter der "New York Times" in Auszügen vorgelesen. Es sei Comeys "sehr schwache Leistung" bei einer Anhörung des Kongresses gewesen, die den stellvertretenden Justizminister Rosenstein veranlasst habe, zu empfehlen, den FBI-Chef rauszuschmeißen. Die "Washington Post" meinte unmittelbar nach seiner Berufung: "Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik". Die wenigsten Konservativen stellen sich offen gegen Donald Trump.

Sollte das stimmen, hätte der US-Präsident versucht, auf laufende Ermittlungen Einfluss zu nehmen. Trump hingegen reagierte auf die Einsetzung wütend. Der Unabhängige Angus King, Ex-Gouverneur von Maine, beantwortete die Frage des Senders "CNN", ob ein Amtsenthebungsverfahren möglich sei folgendermaßen: "Auch wenn ich es ungern sage, aber so ist es". Viele in Washington neigen zur letztgenannten Variante.

Ein Senator hat nun erstmals ein "Amtsenthebungsverfahren" nicht ausgeschlossen.

Das Weiße Haus erklärte, Trump habe niemals um eine Einstellung jedweder Ermittlungen gebeten, auch nicht gegenüber Flynn.

Hilfe erhielt Trump gestern ausgerechnet von Russland. Trump hatte sich in den vergangenen Wochen immer mehr in die Bredouille gebracht. Im Streit um den Geheimnisverrat rund um das Terrornetzwerk "Islamischer Staat", den Trump gegenüber zwei Top-Diplomaten Wladimir Putins begangen haben soll, eilte der Kreml-Herrscher seinem Bewunderer ("großer Führer") gestern an die Seite. Auch Republikaner begrüßen die Berufung Muellers. Niemand wisse, wie es weitergehen solle, zitierte das Magazin "Politico" einen Präsidialamtsmitarbeiter. Die Namen der Trump-Berater blieben in den Geheimdienstberichten bis auf Flynn verdeckt. Für den Vielgescholtenen wird im Pressekorps mittlerweile Mitleid laut. Ob er tatsächlich stürzt, ist hingegen fraglich. Zum Reuters-Bericht äusserte sich das US-Präsidialamt zunächst nicht.

Der Präsident weist Vorwürfe eines unlauteren Verhaltens zurück, doch ist seine Glaubwürdigkeit sehr gesunken. Keines hat im Sinne der Kläger funktioniert.

Verlieren die Konservativen angesichts der nicht enden wollenden Skandale so langsam die Geduld mit ihrem Präsidenten?

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