Schülerinnen wollten wie im Film sterben

Nach dem Suizidversuch zweier Mädchen am BG/BRG Bad Ischl in der Vorwoche verweisen Experten auf die Vielzahl an Info-Angeboten. Sie konnten gerade noch rechtzeitig gerettet werden. Netflix warnt vor einigen Episoden der Serie vor drastischen Bildern und Inhalten, jüngere Zuschauer könnten überfordert werden. Bad Ischl müsse kein Einzelfall bleiben.

Am Dienstag der Vorwoche hatte der Klassenvorstand einer 3. Klasse erhielt von den beiden Schülerinnen einen als "Entschuldigung" für Fehlstunden am Nachmittag getarnten Brief. Gerade noch rechtzeitig, wie sich später herausstellen sollte.

Ein Englisch-Professor und ein alarmierter Arzt fanden die 13-Jährigen im allerletzten Moment auf den Toiletten. Niemand habe die Mädchen in der Schule gemobbt, auch die Noten seien, so Steinparz, in Ordnung gewesen. Die Schule wurde durchsucht.

Viele Kritiker feiern die Geschichte rund um die Highschool-Schülerin Hannah Baker, die sich die Pulsadern aufschnitt und in der Badewanne ihres Elternhauses verblutete, wegen ihrer Authentizität. Eine zufällig anwesende Mutter einer anderen Schülerin leistete sofort Erste Hilfe. Dazu wurden ein Notarzt, die Rettung sowie die Polizei informiert. Beide sind inzwischen außer Lebensgefahr. "Die Schulgemeinschaft wird von einem Team der Krisenhilfe sowie dem schulpsychologischen Dienst der Landesschulrates betreut", erklärt die Direktorin.

Eine Meldung der "Passauer Neue Presse" dürfte die Debatten um die Serie nun weiter anheizen. Wie die beiden 13-Jährigen angaben, haben sie sich von der umstrittenen Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" inspirieren lassen.

"13 Reasons Why", wie die Serie im Original heißt, basiert auf dem gleichnamigen Bestsellerroman von Jay Asher aus dem Jahr 2007.

Auf 13 Kassetten erzählt Hannah Baker, warum sie sich das Leben nahm.

Über die Netflix-Produktion wird zur Zeit kontrovers diskutiert. Als Vorlage für die Tat galt, wie in einem Entschuldigungsbrief angekündigt, "Tote Mädchen lügen nicht".

Mit der Serie wollen sie über die Folgen von Mobbing aufklären und zur Diskussion anregen, betonten die Macher und kündigten eine zweite Staffel an.

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