Schulz kündigt "Zukunftsplan für Deutschland" an

Kanzlerkandidat Martin Schulz während der SPD-Fraktionssitzung in Berlin

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat einen nationalen Bildungspakt mit Milliardeninvestitionen in Schulen und mehr Zuständigkeiten für den Bund vorgeschlagen.

Eine "Bundesschulpolitik" will aber auch Schulz nicht. "Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich mich selber davon habe beeindrucken lassen". "Dabei ist Bildung zentral", sagte Schulz. Er habe seit seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten zu viel Rücksicht genommen auf die Wahlen in den Bundesländern, statt auf seine Intuition zu hören. Auf diese Weise würden Familien stärker entlastet als durch steuerliche Maßnahmen, fügte der SPD-Chef hinzu.

Der Spitzenmann der Sozialdemokraten will zudem eine Million Plätze auf Ganztagsschulen schaffen und die Kita-Gebühren abschaffen. Noch besser wäre, das skandinavische Spitzenniveau zu erreichen - was noch mehr kosten würde.

Vor Bücherregalen in der Neuköllner Helene-Nathan-Bibliothek sagte der gelernte Buchhändler Schulz, er fühle sich "in einer solchen Umgebung wohl und ein bisschen zuhause".

Der SPD-Vorsitzende will Schülern und Lehrern auch "wieder mehr Zeit geben".

Die Bildungspolitik sei "die entscheidende Weichenstellung", sagte Schulz. Der Bildungsföderalismus habe zur "Zergliederung" der Bildungsrepublik Deutschland geführt, Vergleichbarkeit in Inhalt, Schulmodellen und Lehrmethoden sei dringend wiederherzustellen. Allerdings sei es "sinnvoller", die Milliardenüberschüsse des Staates in die Bildung zu investieren, als sie in die Aufrüstung oder pauschale Steuersenkungen zu stecken.

Der SPD-Kanzlerkandidat trat auch für ein gerechteres Schulsystem ein. Als Bundeskanzler wolle er deshalb darauf drängen, dass die Europäische Union mehr Geld für europaweite Bildungs- und Austauschprogramme zur Verfügung stellt.

Doch nicht nur die Schulbildung will Martin Schulz reformieren.

In Neukölln kommen Schulz' Pläne an. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als mehr in Bildung zu investieren und das Kooperationsverbot abzuschaffen", bekräftigt Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer die Forderungen des SPD-Kanzlerkandidaten. Seine Partei hat in den Umfragen zu CDU/CSU nach der Euphorie vom Jahresbeginn deutlich eingebüßt.

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