Alkohol verliert für viele Jugendliche an Reiz

Jugendliche mit einer sogenannten Bierbong. Zuletzt ging die Zahl junger Komatrinker und schwer Betrunkener nach Angaben des Statistischen Bundesamts leicht zurück

"Wie beim Rauchen brauchen wir auch hier einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel".

Für die Studie wurden von März bis Juni 2016 bundesweit rund 7000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 25 Jahren befragt.

Jeder zehnte befragte Teenager zwischen 12 und 17 Jahren greift dem Bericht nach einmal in der Woche zu alkoholischen Getränken greifen. Trotz der positiven Trends tränken sich insgesamt immer noch zu viele Jugendliche und junge Erwachsene in einen Rausch, warnte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Für manchen ist ein "Kater" einfach eklig. Auch er sieht positive Effekte bei der Prävention, gibt aber keine Entwarnung.

Ähnlich sieht das Jugendforscher Philipp Ikrath: "Das Ausschweifende ist nicht mehr cool, es geht zunehmend um Leistung". Das erste Mal betrunken waren die Jugendlichen nach eigener Angabe mit 16 Jahren. Das ist ein Dreivierteljahr später als noch 2004. 2004 waren sie 15.

Mehr als ein Drittel der Zwölf- bis 17-Jährigen (36,5 Prozent) gab an, noch nie Alkohol getrunken zu haben - der höchste Anteil von jungen Abstinenzlern seit Beginn der Umfrage 2001.

Daten aus Sachsen zeigen indes keinen so eindeutigen Trend. "Sozial erwünscht" bedeutet, dass jemand so antwortet, wie er glaubt, dass er auf Zustimmung stößt. Im Jahr 2004 waren es noch mehr als doppelt so viele. 2004 hatte jedoch noch fast ein Viertel (22,6 Prozent) der jungen Leute Erfahrungen mit "Komasaufen". Besonders in diesem Alter, sagt Cronenberg, seien Jugendliche besonders empfänglich für Suchtmittel jeder Art. Die gesellschaftliche Akzeptanz von Alkohol in Deutschland ist immer noch sehr groß. "Die Alkoholabgabe sollte generell auf ein Mindestalter von 18 Jahren angehoben werden". Laut dem erst kürzlich veröffentlichten Statistischen Jahrbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bleiben dei Deutschen dennoch in der Spitzengruppe beim Alkoholkonsum. Von Jahr zu Jahr registrieren Kieler-Woche-Jugendschutzstreifen weniger alkoholisierte Jugendliche. "Zum Konsumverhalten in Sachsen gibt es keine Daten", sagte der Leiter der Landesstelle gegen die Suchtgefahren, Olaf Rilke.

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