Frankfurt/Main: IG-Metall: 35 Stunden-Woche bleibt der Maßstab

Eine Karte zur Arbeitszeiterfassung wird unter eine Stechuhr

Eine Karte zur Arbeitszeiterfassung wird unter eine Stechuhr gelegt. Den Versuch einer Angleichung musste die IG Metall 2003 nach wochenlangen ergebnislosen Streiks aufgeben, eine der größten Niederlagen ihrer Geschichte. Der Ton wird langsam schärfer.

Für die IG Metall bleibt die 35-Stunden-Woche die ideale Arbeitszeit. Auch sonst gelte: Wo überlange Arbeitszeiten gefordert würden, keine wirkliche Planbarkeit der Tätigkeit möglich sei, regelmäßig an Wochenenden gearbeitet werde oder ständig hoher Leistungsdruck herrsche, sei die Zufriedenheit der Beschäftigten mit ihren Arbeitszeiten eher gering. Und die ostdeutschen Metaller sind genau drei Stunden von der Hofmannschen Orientierungsmarke entfernt, die tarifliche Wochenarbeitszeit beträgt hier 38 Stunden. An der Befragung haben laut Gewerkschaft mehr als 680.000 Beschäftigte in gut 7000 Betrieben teilgenommen. Dabei ist die 35-Stunden-Woche für die große Mehrzahl der Beschäftigten die Wunscharbeitszeit.

Mehr als vier von fünf Befragten (82,3 Prozent) sind der Auffassung, dass es gut wäre, die Arbeitszeit zeitweise absenken zu können, etwa für die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildung.

Die "Gehaltsoptimierer" sind überwiegend jüngere Männer mit Berufsausbildung, die selten nach Tarifvertrag beschäftigt sind und in den Bereichen Produktion, Finanzen oder Handel arbeiten. Ende Juni will sie auf einem Kongress konkretere Forderungen erarbeiten.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall verlangt kostenneutrale und flexible Arbeitszeitregelungen.

Frankfurt am Main - Die Menschen wollen Arbeitszeiten, die zu ihrem Leben passen. Abwanderungen wegen des bereits verbreiteten Fachkräftemangels wären die Folge. Eine eigene Umfrage zeige, dass eine kollektiv finanzierte Arbeitszeitverkürzung keinen Rückhalt bei den Beschäftigten habe.

Eine harte Konfrontation in der Tarifrunde scheint daher nicht ausgeschlossen. Zeitsouveränität solle offenbar nur gegen noch mehr Flexibilität gewährt werden.

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